Mehrheitsgruppe im Kreistag präsentierte gestern ihren Landratskandidaten

Daub steht für Transparenz

Die Kreistagsmehrheit möchte Hans-Peter Daub (2.v.r.) als Landrat sehen. Reinhard Lindenberg (v.l.), Thomas Lauber, Ralf Borgräber und Bernd Wölbern erläuterten die Beweggründe.
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Die Kreistagsmehrheit möchte Hans-Peter Daub (2.v.r.) als Landrat sehen. Reinhard Lindenberg (v.l.), Thomas Lauber, Ralf Borgräber und Bernd Wölbern erläuterten die Beweggründe.

Kreis Rotenburg - Die Grünen im Landkreis haben das Heft letztendlich in der Hand. Am 2. September entscheiden sie in einer Mitgliederversammlung darüber, ob Superintendent Hans-Peter Daub im nächsten Jahr als Landratskandidat der Mehrheitsgruppe im Kreistag – SPD, Grüne und WFB – ins Rennen geht.

Elke Twesten, Landtagsabegeordnete und grünes Urgestein im Landkreis, untermauerte gestern im Gespräch mit der dieser Zeitung ihr Interesse, sich dem Votum der Bürger fürs höchste kommunale Amt im Landkreis zu stellen. Gestern Morgen präsentierten Sprecher der Mehrheitsgruppe ihren Kandidaten Hans-Peter Daub in Zeven, nachdem sie Ende vergangener Woche bereits in einer Pressemitteilung die überraschende Personalie mitgeteilt hatten (wir berichteten).

Die Weichen für die Kandidatur des parteilosen Hans-Peter Daub waren vor einem Jahr bereits vom Sprecher der SPD-Fraktion wie auch der Mehrheitsgruppe im Kreistag, Bernd Wölbern, gestellt worden. Hans-Peter Daub lehnte die Anfrage zunächst ab. „Solange Herr Schünemann Innenminister ist, kann ich mir das nicht vorstellen“, begründete Daub damals, der mit seiner Kritik an der Abschiebepraxis des Landes nie hinterm Berge gehalten hatte.

Als der Regierungswechsel am Abend der Landtagswahlen feststand, habe Wölbern ihn, so Daub, via SMS auf die „neuen Perspektiven“ hingewiesen. Es folgten „intensive und ehrliche Gespräche“ im kleinen Kreis. Nach einer „selbstkritischen Reflexion“ sei er für sich im Sommer zu dem Ergebnis gekommen, dass er den Anforderungen des Amtes genüge, sagt Daub. Als Gemeindepfarrer habe er sich die grundlegenden Tugenden des Zuhörens und aufeinander Eingehens angeeignet, als pädagogischer Mitarbeiter im Ev. Bildungszentrum Bad Bederkesa das gesellschaftliche Umfeld studiert und als Organisationsentwickler im Auftrag der Landeskirche Einrichtungen und Gemeinden fit gemacht, den sich abzeichnenden strukturellen Veränderungen zu begegnen.

All das habe ihn befähigt, die schmerzlichen Sparprozesse als Superintendent des Kirchenkreises durchzusetzen. Dabei habe er immer wieder gute Erfahrungen gemacht mit der Offenlegung von Problemen und Prozessen und der persönlichen Einbeziehung der Betroffenen. Daub: „Meine besondere Leidenschaft ist die Moderation großer Gruppe.“

Darauf, dass Daub als Landrat die von ihm favorisierte Transparenz auch bei den Entscheidungsprozessen im Kreishaus durchsetzen werde, hoffen neben Bernd Wölbern auch Grünen-Fraktionssprecher Thomas Lauber aus Rotenburg und Reinhard Lindenberg aus Haaßel, der gestern Morgen den WFB-Fraktionschef Bernd Pedersen vertrat. SPD-Kreisvorsitzender Ralf Borngräber sieht beim Amtsinhaber „Mängel im professionellen Umgang mit anderen politischen Mehrheiten.“

Das Verhältnis der Kreistagsmehrheit zur CDU-dominierten Verwaltung sei schwierig, was sich beispielsweise auch darin zeige, dass die Verwaltungsspitze wenig dazu beitrage, die Einrichtung der von ihr ungeliebten IGS voran zu treiben. Immerhin: Dass von Daub vermisste, gemeindeübergreifende Gespräch zur Einrichtung einer IGS im Südkreis solle stattfinden, ließ Bernd Wölbern verlauten.

Im SPD-Kreisvorstand wird sich Hans-Peter Daub am nächsten Dienstag vorstellen. Entschieden über die Kandidatur wird auf einem Parteitag. Mit der Entscheidung der Grünen über eine Kandidatur von Elke Twesten verquickt Hans-Peter Daub sein eigenes politisches Schicksal. Er stehe nur als gemeinsamer Kandidat der Mehrheitsgruppe zur Verfügung. sf

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