Netzbetreiber Tennet informiert Politik über die „Suedlink“-Trassenplanung

„Das ist der momentan günstigste Korridor“

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Tennet gab gestern den Kommunalpolitikern Informationen zu den Netzausbauplänen, insbesondere zur Stromautobahn „SuedLink“. 

Rotenburg - Von Michael Krüger. Die Grundsatzdebatte hätten andere zu führen: „Wir sind nur Erfüllungsgehilfen der Politik.“ Thomas Wagner will sich nicht dafür rechtfertigen, warum Deutschlands neue Stromautobahn gebaut wird. Das haben andere entschieden.

Der Tennet-Referent lässt aber mit sich reden, wo die Trasse entlanglaufen könnte. Mitten durch den Landkreis, das scheint klar.

Gemeinsam mit Genehmigungsmanager Arno Gramatte stand Wagner gestern Nachmittag im Kreishaus gut eineinhalb Stunden den Lokalpolitikern und interessierten Bürgern Rede und Antwort. Doch tatsächliche Neuigkeiten hatten sie nicht im Gepäck. Dass der Redebedarf dennoch groß ist, machten die vielen Nachfragen deutlich – und die große Skepsis. Auch wenn weitgehend Einigkeit darüber herrscht, dass die Trasse für die Energiewende zum Transport des im Norden produzierten Stroms aus Windkraft in die südlichen Industriezentren unerlässlich ist, so will sie doch niemand direkt vor der Haustür haben. Erste kritische Punkte wurden deutlich: Abbendorf, Ahausen, Waffensen. Die Ortsbürgermeister wehren sich.

Die Vertreter des niederländischen Staatskonzerns und Monopolisten im Bereich Netzausbau stellten angesichts des Gegenwinds noch einmal klar, dass mit der vorgeschlagenen Trassenführung noch nichts entschieden sei. Wagner: „Wir sind noch außerhalb jeglicher formeller Planung.“ Tennet wolle nun vor Ort diskutieren und Anregungen bekommen. „Aufgrund unserer Datenlage haben wir bestimmt noch vieles übersehen“, blieb auch Gramatte unverbindlich. Den konkreten Fragen der Bürger wolle man sich am 22. April auf einer Informationsveranstaltung im Landkreis stellen.

In den vergangenen zwei Jahren haben die Planer aus einer Fläche, die ungefähr ein Viertel der Bundesrepublik betrug, den „momentan günstigsten Korridor“ erstellt. 800 Kilometer von Wilster (Schleswig-Holstein) nach Grafenrheinfeld (Bayern) und in einem zweiten Abschnitt von Brunsbüttel nach Großgartach (Baden-Württemberg) werden die „SuedLink“-Ausbaustufen lang sein. Weitgehend soll dabei auf die gleichen Masten zurückgegriffen werden. Und die könnten bekanntermaßen auf rund 50 Kilometern Länge den Landkreis einmal quer schneiden. Bis 2022 muss das Netz zeitgleich zur Abschaltung der letzten Atomkraftwerke stehen. Ab 2018 soll gebaut werden. Wo die 70 Meter hohen Masten stehen oder Erdkabel genau liegen werden, soll nun noch diskutiert werden. Klar sei laut Gramotte: „Alle Varianten, die wir geprüft haben, fallen hinter diese zurück.“ Es geht also mittlerweile nur noch um die Feinabstimmung mit den Kommunen.

1,4 Millionen Euro wird die 500 Kilovolt-Gleichstromtrasse pro Kilometer kosten. Erdverkabelung wäre vier bis acht Mal so teuer. Wo im dünn besiedelten Landkreis Chancen auf unterirdische Leitungen bestehen, ließen die Tennet-Vertreter offen. Aber auch dieser Frage werden sie sich bald stellen müssen.

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