Scheeßels gute Geister, Folge 17:

Damit heute alles klappt

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Jetzt kann es Heiligabend werden: Ursel Gehring (l.) und Regina Mahnken legen an der Krippe in der St.-Lucas-Kirche letzte Hand an. ·

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Wenn es heute am Heiligen Abend wohlig warm in der St.-Lucas-Kirche ist, alle Lichter an den Weihnachtsbäumen rechts und links neben dem Altar leuchten und die Worte des Pastors auch in der letzten Reihe des Gotteshauses zu verstehen sind, dann hatten Ursel Gehring und ihre Kollegin Regina Mahnken ihre Finger im Spiel.

Seit mehr als sieben Jahren sind die Küsterinnen in Scheeßel mit ganzem Herzen die Frauen für die Dinge, die zwar da sind, die man als Besucher aber gar nicht so wahr nimmt. Ob die Regelung der Heizungsanlage, die Reinigung der Kirche, das Auf- und Abschließen der Kirchentür – gerade in der Zeit vor dem Fest der Feste haben Gehring und Mahnken alle Hände voll zu tun. Schließlich will jedes Adventskonzert gründlich vorbereitet sein, die zwei Weihnachtsbäume werden geliefert und müssen festlich geschmückt werden, und auch die Krippe im Eingangsbereich soll bis zum Heiligen Abend mit all ihren Figuren, von Maria bis zum Esel, fertig aufgestellt sein. „Wenn dann der Gottesdienst selber beginnt, ist unsere Arbeit schon erledigt“, erzählt die Wittkopsbostelerin Regina Mahnken.

Küsterin sein, da sind sich beide Frauen einig, sei eher eine Berufung als ein Beruf. „Morgens geht’s los und dann geht ein Tag so lange, wie die Leute einen Küster brauchen“, sagt Ursel Gehring und schiebt im gleichen Atemzug hinterher: „Es gibt keinen besseren Job“.

Ein „normaler“ Ausbildungsberuf ist der des Küsters allerdings nicht. Mit jährlichen Seminaren, in denen spezielles Grundwissen vermittelt oder aufgefrischt wird, werden angehende und alteingesessene Kirchendiener fit gemacht. Von reinigungstechnischen Sachen über die Technik einer Glocke, Bibelkunde oder handwerkliche Dinge – ein Küster muss ein echter „Allrounder“ sein. Auch Kreativität sei gefragt, weiß Ursel Gehring, „gerade was zum Beispiel die Dekoration in der Adventszeit betrifft“.

Und auf welchen Gottesdienst freuen sich die Küsterinnen heute besonders? „Auf den um 23 Uhr!“, antworten beide. fast zeitgleich. „Die Leute haben dann immer so eine besondere, besinnliche Stimmung“.

Doch wenn dann die Christnacht beendet ist und die Gottesdienstbesucher nach 24 Uhr den Heimweg antreten, dann muss das Küsterinnen-Doppel noch mal ran – Liederzettel einsammeln und den gröbsten Dreck zusammenkehren, auch eine Kirche will schließlich fit gemacht werden für den Ersten Weihnachtstag ...

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