Corpus-Christi-Gemeinde bekommt neuen Pfarrer / Zurzeit 5950 Mitglieder

Hartmut Lütge verlässt Rotenburg nach acht Jahren

Pfarrer Hartmut Lütge verlässt die Rotenburger Corpus-Christi-Gemeinde und wechselt nach Mellendorf.
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Pfarrer Hartmut Lütge verlässt die Rotenburger Corpus-Christi-Gemeinde und wechselt nach Mellendorf.

Rotenburg - Von Guido Menker. Die katholische Corpus-Christi-Gemeinde bekommt einen neuen Pfarrer: Nach mehr als acht Jahren wird Hartmut Lütge eine Pfarrstelle in der Gemeinde Wedemark übernehmen, wie er in einem Gespräch mit der Rotenburger Kreiszeitung bekannt gegeben hat. Seine Verabschiedung in Rotenburg ist für den 21. September vorgesehen.

Nach mehr als acht Jahren sei es ein guter Zeitpunkt, eine andere Kirchengemeinde zu übernehmen. Geboren wurde Lütge 1971 in Hildesheim, sein Studium absolvierte er in Frankfurt/Main und Bonn. Nach seiner Priesterweihe im Juni 2000 im Dom zu Hildesheim ging er als Kaplan zunächst nach Salzgitter und dann nach Bremen-Blumenthal. Seit dem 21. Mai 2006 ist er Pfarrer in Rotenburg und Zeven. Und das in einer Gemeinde, die ein riesiges Einzugsgebiet hat: Sie umfasst nicht nur Zeven und Rotenburg, sondern auch Tarmstedt, Heeslingen, Sottrum, Scheeßel, Kirchwalsede sowie Teile von Fintel. Die Katholiken sind in der Region in der Minderheit.

Dennoch: „Wir wachsen“, sagt Lütge – und das vor dem Hintergrund einer Entwicklung, von der die Deutsche Bischofskonferenz zuletzt gesprochen hatte. Eine Entwicklung, die der katholischen Kirche hier im Norden und vor allem auch im Bistum Hildesheim deutlich zurückgehende Mitgliederzahlen bescheinigt.

Die Corpus-Christi-Gemeinde entwickelt sich allerdings gegen den Trend, wie Hartmut Lütge versichert. Das Wachstum sei den verhältnismäßig vielen Zuzügen zu verdanken. Zuletzt seien es 5950 Gemeindemitglieder gewesen. Und doch muss sich auch die Corpus-Christi-Gemeinde von Mitgliedern verabschieden, die der Kirche ganz bewusst den Rücken kehren. Laut Pfarrer Lütge seien es überwiegend Menschen, „die er so gut wie nie zu Gesicht bekommen“ habe, Menschen, für die die Kirche nach der Taufe nie eine Rolle gespielt habe. Die Distanz sei stets sehr groß gewesen, nur der Austritt über viele Jahre nicht vollzogen worden. Lütge vermutet, dass der Skandal um Bischof Tebartz van Elst den letzten Tropfen darstellte, der das Fass überlaufen ließ. Diese Entwicklung sei vor allem auch in den Großstädten zu verzeichnen, so der Pfarrer, der von einer geringen Bindung an die Konfession spricht.

Gleichwohl habe es unter dem Strich in der Corpus-Christi-Gemeinde in den vergangenen zweieinhalb Jahren Zuwächse gegeben – 2012 waren es 41, 2013 sogar 94 Mitglieder mehr. In diesem Jahr werde sich die Zunahme wieder normalisieren. Bislang waren es 29 neue Mitglieder.

Dennoch: Die Entwicklung insgesamt wird in allen Gemeinde zu spüren sein – die Steuereinnahmen sinken. Da muss der Personalschlüssel angepasst werden. Lütge: „Das Kirchenbild wird sich radikal ändern, wir werden das Ehrenamt deutlich stärken müssen.“ Es gehe darum Menschen zu finden, die bereit sind, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie sie selbst zum Leben in der Gemeinde beitragen können.

Das gilt ganz sicher auch für die zwei Gemeinden in Mellendorf und Schwarmstedt, die zum 1. November unter Lütges Regie fusionieren werden. Am 21. September nimmt er aber zunächst in Rotenburg seinen Hut. Wer sein Nachfolger in der Corpus-Christi-Gemeinde wird, könne er noch nicht sagen, und es werde wahrscheinlich auch eine Zeit der Vakanz geben. Wie lange die dauert, sei jedoch ebenfalls noch offen, erklärt der 43-Jährige.

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