Zur Wahl in Kirchwalsede scheint Novum möglich / Verhältnis zwischen Lütjens und Union zerrüttet

Bürgerliste kontra SPD und CDU

Visselhoevede - KIRCHWALSEDE (woe) · Zur Kommunalwahl am 11. September geht erstmals in der Geschichte Kirchwalsedes eine Bürgerliste an den Start. Das ist das Ergebnis eines Infoabends, den die Befürworter dieser Liste, der amtierende Bürgermeister Klaus Lütjens (CDU) und Alwin Thies (WFB) am Donnerstag organisiert hatten.

Allerdings werden die Wähler einige bekannte Persönlichkeiten des Ortes vergeblich auf dieser Liste suchen, denn sowohl CDU als auch SPD stellen eigene Kandidatenlisten auf die Beine.

Um das Politikprojekt Bürgerliste überhaupt anschieben zu können, benötigen die Initiatoren zehn Unterschriften von Bürgern aus der Gemeinde.

Sowohl Lütjens als auch Thies hatten zwar bereits verkündet, dass sie im September nicht wieder kandidieren werden, aber beide sind der Meinung, dass „Ratsarbeit mit Parteienanstrich die Sachpolitik erheblich erschwert“. In der Kommunalpolitik im Dorf müsse es immer um die Sache gehen, so Thies und Lütjens unisono.

„Ich wollte nie ein politischer Bürgermeister sein und bin in den vergangenen Jahren eher ein Praktiker gewesen und habe stets eine offene Ratsarbeit praktiziert“, betonte Lütjens.

Dass atmosphärische Spannungen zwischen dem Bürgermeister und seiner Partei vor Ort bestehen, wurde im Verlauf des Abends offensichtlich. „Die CDU will eine eigene Liste. Das finde ich schade. Sie hat keine Größe gezeigt, auf das Projekt Bürgerliste zuzugehen, das etwas ganz Neues für Kirchwalsede wäre“, hielt er seinen (Noch)-Parteifreunden vor.

Die lokale CDU-Chefin Dr. Gabriele Hornhardt wollte von den beiden Initiatoren des Abends schließlich wissen, was sie noch veranlasse, auf die Bürgerliste Einfluss zu nehmen? „Es wäre schön, wenn jüngere Leute eine Chance bekämen, die weiter politisch aktiv sind.“

Dann sprach sie Lütjens direkt an und räumte ein: „Klaus, manches in der Vergangenheit ist unglücklich gelaufen. Aber meine Wertschätzung hast du weiterhin.“

Sozialdemokrat Rainer Henke begründete die SPD-Entscheidung damit, dass eine Bürgerliste so etwas wie eine Wahl vorab sei. Henke spielte damit auf die Gesetzeslage an, wonach 16 Kandidaten auf der Liste stehen dürfen, und nach einer Aufstellungsversammlung alle um die Plätze konkurrieren – egal, ob Mitglied einer Pertei oder parteilos.

Die bisherige WFB hingegen wird ihre Leute auf die Bürgerliste setzen. „Wir werden unseren Namen WFB dafür aufgeben“, so Thies.

Als Klaus Lütjens ankündigte, dass der parteilose Christian Sonnenwald überlege, ebenfalls auf der Bürgerliste zu kandidieren, kam es zu lautstarken Unmutsbekundungen aus Kreisen der CDU. Denn Sonnenwald fehlte in den vergangenen Jahren häufig bei Ratssitzungen häufig.

„Ich finde es unmöglich, dass er kandidieren will“, reagierte CDU-Ratsherr Cord Lüdemann erbost.

n„Union hat keine

▪ Größe gezeigt“

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