Günther Frick aus Hetzwege beherrscht die Deutsche Schrift / Altes Protokollbuch las sich „wie Krimi“

Der Buchstabenentschlüsseler

Sein Interesse gilt der deutschen Schrift: Günther Frick.

Scheessel - HETZWEGE (hr) · Es gibt immer weniger Menschen, welche die Deutsche Schrift lesen und schreiben sowie alte Briefe, Urkunden, Verträge oder handgeschriebene Bücher übertragen können. Günther Frick gehört noch zu denen, die es können. Der gebürtige Wittkopsbosteler und ehemalige Hauptlehrer, heute in Hetzwege lebend, pflegte die deutsche Schrift im Unterricht..

Seinen Beruf empfand Frick stets als Berufung. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er voller Mut und Tatendrang – und das, obwohl er schwere Kriegsverletzungen davon getragen hatte. So erklomm er die Karriereleiter – ausgehend vom Aushilfslehrer – über den Volksschul- bis hin zum Hauptlehrer. Insgesamt 46 Jahre war Frick als solcher im Dienst. Stets an seiner Seite: Ehefrau Annemarie. Sie erteilte Handarbeits- und Textilunterricht und leitete, nachdem sie sich zur Spielkreisbetreuerin qualifiziert hatte, über zehn Jahre den Spielkreis in Hetzwege.

Besonders freute sich Günther Frick, mit seinem Wissen zuletzt bei der Übertragung eines Protokollbuches des Finteler Männergesangsvereins „Frohsinn“ aus den Jahren 1891 bis 1950 mitgeholfen zu haben. Der Experte erinnert sich: „Früher wurde viel Wert auf eine Schönschrift gelegt, da besonders Verträge, Erbschaftsregelungen, Eheurkunden sowie Geburten- oder Todesfälle gut leserlich sein mussten. Kopieren gab es noch nicht, also schrieb man alles mit der Hand ab – teilweise sogar mehrfach. Dabei schlichen sich mitunter auch Fehler ein, Namen wurden teilweise falsch geschrieben. Die Rechtschreibung und die Wortwahl waren anders als heute und mancher Chronist oder Schriftführer – wie im Fall des Protokollbuches – war der Rechtschreibung nicht immer ganz mächtig.“

Teilweise, berichtet Frick, habe man ohne Punkt und Komma geschrieben, legte auf die Groß- und Kleinschreibung nicht so großen Wert und schrieb einige Wörter wie man sprach. „Trotzdem empfand ich die Arbeit am Protokollbuch als sehr spannend, las es sich an einigen Stellen doch wie ein Krimi“, erzählt der Hetzweger. Teilweise sei es gar nicht so einfach gewesen, schwierig zu entziffernde Wörter herauszufinden. „Denn nicht alle Protokollanten hatten eine gestochen leserliche Schrift“, erläutert Frick.

„Früher“, erinnert er sich, „unterrichtete ich Landfrauen in deutscher Schrift. Sie waren ganz begierig, eigene alte Urkunden und Verträge lesen zu können. Vielleicht sollte man dieses Thema der Schriftübertragung einmal wieder aufgreifen, beispielsweise über die Volkshochschule“, so Günther Frick. „Zumindest das Kreis- oder Stadtarchiv könnte das Thema für jene Leute aufgreifen, die sich mit Ortschroniken oder Ahnenforschung beschäftigen.“

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