Projektwoche in der Grundschule am Eichkamp

Buch schlägt Nintendo

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Papier ist zumindest momentan noch die Grundsubstanz eines Buches. Bei der Projektwoche haben es die Schüler selbst geschöpft. ·

Sottrum - Von Anja Segschneider. Wo kaum ein Erwachsener sich noch regelmäßig mit Büchern beschäftigt, zeigen nun Grundschulkinder in Sottrum den Großen wie es sein sollte: Eine komplette Woche lang ging es in der Grundschule am Eichkamp um das Thema Buch.

Das Projekt beweist, dass das gedruckte Wort in Vielfalt und Spannung Fernseher und Co. in nichts nachsteht. Gebannte Kinderblicke fixieren ein Stück Pappe. Man möchte meinen, es sei von Nintendo. „Und so legt ihr das übereinander, schon ist der Umschlag fertig“, erklärt Lehrerin Elisabeth Steinke. Mit ihrer Projektgruppe bindet sie gerade kleine Büchlein. Die Tage zuvor haben die Kinder bereits selbst Papier geschöpft; es hängt nun ordentlich aufgereiht an einer Wäscheleine im Unterrichtsraum. „Zuerst wollten wir das Papier auch für die Bücher nehmen, aber leider funktioniert das nicht“, sagt der zweite Betreuer, Thomas Sprengel.

In der Grundschule am Eichkamp in Sottrum dreht sich in dieser Woche alles um das Thema Buch. 16 Projekte bieten Erzieher und Pädagogen an. Erstmalig wirken auch der Wiestekindergarten und der Kindergarten Kunterbunt mit ihren Vorschulgruppen an einer derartigen Aktion mit. „Wir wollen den Übergang in die Schule möglichst fließend gestalten“, erläutert Schulleiterin Ursula Schmidt. „Die Zusammenarbeit hat gut geklappt!“

Vom Herstellen eines Skizzenbuchs bis hin zur selbst produzierten DVD als neue Medienform ist dann auch alles vertreten. Sogar eine Zeitschrift gestalten die Schüler. Inklusive Interviews und Fotos. Das sei ganz schön viel Arbeit gewesen, geben die Kinder zu. „Aber Spaß hat es trotzdem gemacht“, sind sie sich dennoch einig.

Im Raum gegenüber der Jugend-Redaktion feilen Nachwuchs-Autoren an ihren eigenen Büchern. Viele haben komplette Comics gezeichnet. Andere haben sich eine Geschichte ausgedacht und klassisch niedergeschrieben. Wie Hanna Schnau (8). Sie beendet gerade noch das Bild, dass auf die Rückseite ihres Buches kommen soll. Mit blauem Filzstift rahmt sie die gelbe Sonne ein. Der Fotograf muss warten, bis das Werk getan ist. Künstler lassen sich nicht gerne in der Konzentration stören. „Es wird ein Geschenk zum ersten Geburtstag von meinem Kuschelhund“, erläutert sie. Auf dem Cover, selbstredend, zwei Hunde.

So viel Kreativität verdient eine Wiederholung, meint auch die Schulleiterin und kündigt die nächste Projektwoche an. Dann auch wieder in Zusammenarbeit mit den Kindergärten.

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