Region möchte die Zugverbindung reaktivieren

Vorstoß für den Moorexpress

Einsteigen bitte: Zumindest zwischen Bremervörde und Stade könnten auf der Moorexpressstrecke irgendwann wieder täglich Züge fahren. Foto: Oertel

Bremervörde - VON STEPHAN OERTEL. Ginge es nach den Vertretern der Region Moorexpress-Stader Geest, fahren zwischen Bremervörde und Stade bald wieder täglich Züge. Bremervördes Bürgermeister Detlev Fischer ist optimistisch, dass es so kommt. Aufmerksam verfolgt wird dieser Vorstoß auch in Gnarrenburg, wo manch einer auf eine Reaktivierung der Bahnstrecke bis Bremen hofft. Das könnte der nächste Schritt sein. Derzeit ist der Moorexpress ausschließlich für Touristen an Wochenenden und Feiertagen zwischen Bremen und Stade unterwegs. Versuche, die Strecke darüber hinaus für den öffentlichen Nahverkehr zu reaktivieren, scheiterten bislang. Nun setzen Vertreter aus der Region auf eine verkürzte Variante: Zwischen Bremervörde und Stade sollen Fahrgäste wieder jeden Tag in den Zug steigen können.

Fischer sieht dafür durchaus Chancen. Insbesondere verweist er auf die engen Beziehungen zwischen Bremervörde und Stade. „Da gibt es einen regen Austausch.“ So kaufen viele Bremervörder in der Hansestadt ein, umgekehrt suchten viele Stader die Ostestadt auf. Und: 43 Prozent der Pendler aus Bremervörde haben ihre Arbeitsstelle im Nachbarlandkreis. Eine attraktive Nahverkehrsanbindung indes gibt es nicht. Für die gut 30 Kilometer müssen Fahrgäste derzeit eine Stunde und mehr einplanen.

Der Zug würde die Fahrzeit erheblich verkürzen, sagt Fischer. Die Gleisanlage sei top in Ordnung, lediglich einige Bahnhöfe müssten kundenfreundlicher gestaltet werden. Die ILE-Region Moorexpress-Stader Geest wirbt intensiv für die Strecke, wie Fredenbecks Samtgemeindebürgermeister Ralf Handelsmann kürzlich vor dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) deutlich machte. Auch die Eisenbahn und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (EVB), die den Moorexpress betreiben, stehen dahinter.

Eine Reaktivierung der vor mehr als 40 Jahren für den Nahverkehr stillgelegten Strecke wäre nach Überzeugung Fischers ein Gewinn für alle. Er könne sich auch einen Probebetrieb vorstellen, um festzustellen, inwieweit die Bahnverbindung tatsächlich angenommen wird. Der Bremervörder Bürgermeister ist zuversichtlich, dass das Land die Strecke neu bewertet und am Ende grünes Licht gibt. Denn die Entscheidung fällt in Hannover. „Ich glaube, mit ein bisschen Zähigkeit kriegt man da etwas hin“, so Fischer. Einen Zeitplan gebe es allerdings nicht. Noch nicht. Wird die Verbindung angenommen, dürfte auch der andere Teil des Moorexpress’ in den Blickpunkt geraten: der von Bremervörde über Gnarrenburg, Worpswede und Osterholz-Scharmbeck nach Bremen. Hier wäre eine Reaktivierung allerdings erheblich aufwendiger, da vor allem im Moor kräftig in die Strecke investiert werden müsste.

Gerade für Gnarrenburg mit seinen starken Verflechtungen nach Bremen und in den Kreis Osterholz wäre das ein attraktives Angebot. So hat mehr als jeder vierte Pendler seine Arbeitsstelle in der Hansestadt, sogar fast 30 Prozent pendeln in den Nachbarkreis. Auf der anderen Seite ist auch ein Zug über Bremervörde nach Stade für Gnarrenburg interessant. „Wir begleiten das positiv“, teilte Fachbereichsleiter Marcel van der Pütten mit. Die Gemeinde Gnarrenburg beteilige sich an den Überlegungen für eine Reaktivierung der Strecke Bremervörde-Stade und hofft längerfristig auf eine Verlängerung.  zz

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