Sparkasse Rotenburg-Bremervörde steigert Bilanz auf 1,82 Milliarden Euro

In bewegten Zeiten geht es nach oben

Der Vorstandsvorsitzender Reinhard Krüger (Mitte) zieht mit seinen Kollegen Volker Eichler (von links), Stefan Kalt, Marco Tulodetzki und Christian Voigt eine positive Bilanz 2014.
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Der Vorstandsvorsitzender Reinhard Krüger (Mitte) zieht mit seinen Kollegen Volker Eichler (von links), Stefan Kalt, Marco Tulodetzki und Christian Voigt eine positive Bilanz 2014.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Bei der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde bewegt sich einiges. Die Geschäftszahlen zeigen nach oben, ein neuer Untermieter zieht in Rotenburg ein, und der Neubau der Zentrale in Zeven nimmt Form an. Aber auch die Gebühren für die Privatkunden werden erhöht. Das wurde am Mittwoch während der Bilanzpressekonferenz in Zeven bekannt.

„Insgesamt sind wir mit 2014 sehr zufrieden“, sagte der Vorstandsvorsitzende Reinhard Krüger. Die anhaltende Niedrigzinsphase und steigende Regulierungsaufwendungen mit schwierigen Vorgaben der Europäischen Zentralbank verlangten zwar auch der Sparkasse vor Ort viel ab, seien aber unter anderem durch eine Ausweitung des Kundengeschäfts abgefedert worden. Die 471 Mitarbeiter und 42 Auszubildenden des Hauses erwirtschafteten eine im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent höhere Bilanzsumme von 1,82 Milliarden Euro. Unter dem Strich stehe ein Jahresüberschuss von 1,8 Millionen Euro.

Im Jahr 15 nach der Fusion müsse sich die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde aber in vielen Bereichen neu aufstellen. Die veränderten Anforderungen und Kundenwünsche verdeutlichten sich zum Beispiel in den Nutzerdaten beim Online-Banking und im Kreditkartengeschäft. Die Anzahl der Kunden, die die Sparkassen-App auf ihrem Smartphone nutzen, habe sich 2014 nahezu verdoppelt. Über die rund 500 von der Sparkasse im Handel installierten Kartenterminals seien 560000 Zahlungen abgewickelt worden – ein Plus von 20 Prozent. Beim Online-Banking gab es mit fast neun Millionen Transaktionen eine Zunahme um acht Prozent. Und auch der Bestand an Kreditkarten stieg um fünf Prozent. Das verdeutlicht: Auch im dörflich strukturierten Geschäftsbereich der Sparkasse nimmt bargeldloser Zahlungsverkehr rasant zu. Das deutlich teurere Geschäft mit Scheinen und Münzen werde die Sparkasse aber anders als viele überregionale Banken nicht vernachlässigen, versicherte Krüger. Das hebe die Filiale vor Ort eben ab und zeichne die Sparkasse aus. Service und Kundennähe würden groß geschrieben – auch wenn das mehr koste.

So sei es auch eine Folge der technischen Weiterentwicklung und dem dadurch entstandenen höheren Aufwand geschuldet, dass zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren die Gebühren im klassischen Girokonto-Bereich für Privatkunden erhöht werden müssten. Die bisherige Aufteilung in Online-Konten und normale Girokonten entfalle, dafür gäbe es neue Modelle, die dem Kunden auch mehr Flexibilität in der Gebührenstaffelung ermöglichten, so Marco Tulodetzki, stellvertretendes Vorstandsmitglied.

Die bisherige Einteilung mit monatlichen Kontoführungsgebühren von 2, 3,50 und 7 Euro falle zum1. Mai, dafür werde es Konten mit einer Spannweite zwischen 4,90 und 9,90 Euro geben. Mit 3,90 Euro Grundgebühr könne der Kunden frei über zusätzliche Leistungen entscheiden. Vereine bleiben befreit. In der kommenden Woche erhalten die Sparkassen-Kunden Post mit Angeboten, die auf das bisherige Nutzungsverhalten abgestimmt seien, heißt es. Auch über die Homepage werde ein Kontofinder eingerichtet. Volker Eichler, Leiter des Marktbereiches Süd: „Wir haben immer noch faire und transparente Modelle. Unsere verlässliche Leistung ist diesen Preis wert.“ Aber natürlich habe man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht.

Entschieden ist bereits über die neue Struktur der Sparkasse. Die bisherigen, auf sechs Standorte verteilten Stabs- und Marktfolgeabteilungen werden in einer neuen Zentrale zusammengeführt. Der 18-Millionen-Euro-Neubau soll im Frühjahr 2017 bezogen werden. Dann werden auch in der Rotenburger Zentrale am Pferdemarkt Räume frei. Diese wird die Polizeiinspektion Rotenburg nutzen, sagte Vorstandsmitglied Stefan Kalt. Leiter Burkhard Klein bezifferte gestern den Platzbedarf der Polizeiinspektion auf 700 Quadratmeter, die Standorte an der Königsberger und Großen Straße reichten nicht aus. Interesse bestehe, die Entscheidung treffe jedoch die Landesregierung.

Die Bilanz 2014:

• Steigerung der Bilanzsumme um rund 1,6 Prozent auf 1,82 Milliarden Euro. Jahresüberschuss: 1,8 Millionen Euro.

• Die Darlehenszusagen erhöhten sich auf 209 Millionen Euro. Davon gingen 110 Millionen Euro in den Wohnungsbau. Der Bestand sank leicht auf insgesamt 1,322 Milliarden Euro.

• Die Kundeneinlagen stiegen um 3,7 Prozent beziehungsweise 45 Millionen Euro auf 1,264 Milliarden Euro.

• Die Wertpapierkäufe wurden auf 68,5 Millionen Euro gesteigert. Gesamtbestand an Wertpapieren: 268 Millionen Euro.

• Bausparverträge: Das abgeschlossene Geschäftsvolumen lag bei 61,4 Millionen Euro.

• Im Maklergeschäft konnten 31 Immobilien im Gesamtwert von 4,3 Mio. Euro vermittelt werden. • Im Versicherungsgeschäft wurde die Beitragssumme um 17 Prozent auf 41 Millionen Euro erhöht.

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