Schlechte Sicht als Ursache?

Unfall am Bahnübergang: Mutter und zwei Kinder sterben

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Rettungskräfte der Feuerwehr stehen am Unglücksort im niedersächsichen Oerel.

Oerel - Eine Mutter und ihre zwei kleinen Kinder sterben an einem Bahnübergang bei Bremervörde. Schlechte Sicht war möglicherweise der Auslöser der Kollision. Letztmals 2012 überprüften die Behörden den Überweg. Entsprach er noch den Vorschriften?

Tragisches Unglück: Drei Menschen sind bei dem Unfall am Dienstag gestorben. Das Auto liegt am unteren Teil einer Böschung.

Eingeschränkte Sicht könnte nach Einschätzung der Polizei der Grund für den Unfall mit drei Toten an einem Bahnübergang bei Bremervörde gewesen sein. "Das ist relativ schlecht einzusehen gewesen", sagte Polizeisprecher Christoph Steinke am Mittwoch zu dem unbefestigten Feldweg, auf dem am Vortag eine Mutter mit ihren zwei kleinen Kindern von einem Zug erfasst und getötet wurde. Büsche, ein Maisfeld und ein Wäldchen beschränkten den Blick auf die Regionalbahnstrecke bei Oerel. Noch aber liefen die technischen Untersuchungen zu dem Unfall und die Befragung der Zugführerin.

An Unglücksstelle bisher keine Unfälle

An dem unbeschrankten und nur mit Andreaskreuz gesicherten Bahnübergang habe es bisher keine Unfälle gegeben, teilten die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (evb) als Betreiber der Strecke mit. Um die Sicherheit zu erhöhen, habe die evb in den vergangenen Jahren viele Bahnübergänge auf ihren Strecken technisch gesichert, wozu Warnlichter oder auch Schranken gehören. Der Überweg am Unfallort war nicht darunter.

"Wir können zum Unfallhergang noch nichts sagen", meinte evb-Sprecherin Andrea Stein. Kurz hinter der Haltestelle habe der Triebwagen seine Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern noch nicht erreicht gehabt.

Die 28 Jahre alte Mutter war am Dienstagnachmittag mit ihrem vierjährigen Mädchen und dem einjährigen Sohn im Auto unterwegs, als sie mit dem Zug kollidierte. Die rund zehn Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon.

Bahnübergang zuletzt 2012 überprüft

Der Unglücks-Bahnübergang wurde von den Behörden zuletzt vor vier Jahren überprüft, teilte der Kreis Rotenburg mit. Die letzte Bahnübergangsschau, bei der unter anderem die Sichtverhältnisse überprüft werden, habe am 27.6.2012 stattgefunden. Auf der mehrheitlich landeseigenen Strecke sei die Überprüfung alle fünf Jahre vorgesehen. Die Deutsche Bahn überprüft solche Überwege auf ihren Strecken indes dreimal pro Jahr genau.

Die Vorschriften sehen bei Übergängen ohne Schranken und Warnlicht ein sogenanntes Sichtdreieck vor, indem eine freie Sicht auf die Gleise gewährleistet sein muss, teilte das Eisenbahnbundesamt mit. Die Sichtflächen sind abhängig von der Höchstgeschwindigkeit, die Autos und Züge an dem Übergang fahren dürfen. Ob die Sicht in Oerel ausreichend war, ist auch Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.

dpa/jom

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