Klare Ergebnisse bei der Wahlkreiskonferenz in Bremervörde

SPD nominiert Koch und Wölbern für die Landtagswahl

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Die Wahlkreiskonferenz der SPD hat entschieden. Lars Klingbeil (l.), Klaus Manal (r.) und Heike Behr gratulieren den beiden LandtagskandidatenBernd Wölbern (Mitte) und Tobias Koch. Beide hatten am Ende ganz eindeutig die Nase vorn.

Bremervörde - Von Theo Bick. Er will und darf es noch einmal versuchen. Bernd Wölbern kämpft bei der Wahl am 14. Januar 2018 zum dritten Mal um ein Direktmandat für den Niedersächsischen Landtag. Bei der Wahlkreiskonferenz für die Wahlkreise 54 (Bremervörde) und 53 (Rotenburg) haben die Sozialdemokraten am Samstag ihre beiden Direktkandidaten bestimmt.

Bernd Wölbern musste sich dabei für die Kandidatur im Wahlreis 54 unter anderem gegen einen Überraschungskandidaten durchsetzen. Im Wahlkreis 53 wird der junge Tobias Koch für die SPD um ein Direktmandat kämpfen.

Es herrscht Aufbruchstimmung bei der SPD – Kanzlerkandidat Martin Schulz sei Dank. Der Vorsitzende der SPD im Landkreis Rotenburg, Klaus Manal, zeigte sich am Samstag geradezu berauscht vom „alten sozialdemokratischen Spirit“, der seit der Bekanntgabe der Kanzlerkandidatur wieder Einzug gehalten habe. Auch der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil, seit 1996 SPD-Mitglied, sprach von einer Phase, wie er sie noch nie in der Partei erlebt habe. Diesen Schwung gelte es nun für die beiden Direktkandidaten in den Wahlkampf mitzunehmen.

Im Wahlkreis Bremervörde entschieden sich die 24 stimmberechtigten Delegierten mehrheitlich für Bernd Wölbern aus Wohnste. Der Kreistagsabgeordnete konnte 13 Stimmen auf sich vereinen. Sein ärgster Konkurrent war hingegen eine Überraschung: Volker Kullik aus Karlshöfen – einziger Kandidat aus dem Norden des Landkreises – hatte sich erst in letzter Minute für eine Kandidatur entschieden und landete mit sieben Stimmen auf dem zweiten Platz. Bernd Sievert (zwei Stimmen) und Axel Kemna (eine Stimme) waren chancenlos.

Jubel bei Tobias Koch (l.), Lars Klingbeil MdB und Klaus Manal (r.) über das klare Ergebnis des jungen Kandidaten aus Fintel.

„Ich habe auf diesen Tag zehn Jahre lang hingearbeitet“, hatte Wölbern vor der Entscheidung der Delegierten für sich geworben. Nun gelte es, mit Leidenschaft zu kämpfen, um die „lähmende, konservative Erbherrschaft“ der CDU zu beenden, nimmt der Sozialdemokrat das Direktmandat für den Niedersächsischen Landtag ins Visier. Nachdem er 2008 und 2013 jeweils deutlich weniger Erststimmen als Konkurrent Hans-Heinrich Ehlen auf sich vereinen konnte, sieht er nach dem Rücktritt des ehemaligen Ministers nun seine Zeit gekommen. Der aktuell dank Martin Schulz herrschende Enthusiasmus habe der Partei lange gefehlt, so Wölbern.

 Ein zentrales Thema im Wahlkampf dürfte dabei die Landwirtschaft werden. „Hier muss ein Umdenken stattfinden – auch zum Wohle der Landwirte“, so Wölbern. Noch würden die Vertreterverbände jedoch Angst schüren. Ähnlich hatte zuvor auch Konkurrent Kullik argumentiert. So hätte er noch nie so viele persönliche Anfeindungen erlebt wie zur Einführung der Landschaftswarte. „Jedes Mal, wenn Wahrheiten ausgesprochen werden, folgt ein Sturm der Entrüstung“, sprach Kullik von „Kampagnen der Agrar-Lobby“. Noch vor der Abstimmung der Delegierten hatte Kullik seinen Respekt vor Bernd Wölbern zum Ausdruck gebracht. Dieser sei der Architekt der neuen Mehrheit im Kreistag gewesen, die fünf Jahre erfolgreich gearbeitet habe.

Dicke Bretter müsse man in der Politik bohren können, hatte Bernd Wölbern in seiner Rede in die Phrasenkiste gegriffen. „Wer könnte das besser als ein gelernter Tischler?“, griff Tobias Koch den Ball später dankbar auf und sammelte offensichtlich Sympathiepunkte bei den Delegierten. Die 25 Delegierten des Wahlkreises 53 entschieden sich für einen jungen Kandidaten. Der 32-jährige Tobias Koch aus Fintel ließ mit seinen 16 Stimmen Tam Ofori-Thomas (fünf Stimmen) und Angelika Dorsch (vier Stimmen) deutlich hinter sich.

Nach Fachabitur und Studium ist der 32-jährige Tobias Koch mittlerweile als Polizeikommissar tätig. Die Polizei und das Thema innere Sicherheit stünden demnach ganz oben auf seiner Agenda, betonte der Kandidat für den Wahlkreis 53. Schnelle Asylverfahren müssten garantiert, Personen mit Bleiberecht integriert werden. Ausreisepflichtige sollten im Gegenzug konsequenter abgeschoben werden – allerdings nicht in unsichere Herkunftsländer wie Afghanistan. Weitere Themenschwerpunkte von Koch: Chancengleichheit durch kostenfreie Bildung, Schutz des Grundwassers als „unser aller Lebensgrundlage“, die Förderung des ÖPNV und des Ehrenamtes.

„Wir werden das Ding gewinnen“, gab Kreis SPD-Chef Manal den Genossen mit auf den Weg. Der Wahlkampf hat begonnen.

bz

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