Lehrer haben viele Fragen

Pläne für Neubau von Gymnasium und BBS in Bremervörde stoßen auf Kritik

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Marode: Das Gymnasium und die Berufsbildenden Schulen in Bremervörde sollen auf dem jetzigen Grundstück in ein komplett neues Gebäude ziehen. Der Altbau wird abgerissen.

Bremervörde - Von Stephan Oertel. Das Leitbild für die neuen Schulgebäude in Bremervörde verheißt Gutes: „Wir schaffen gemeinsam einen Lern- und Lebensort“. Tatsächlich aber rumort es in den Kollegien des Gymnasiums und der Berufsbildenden Schulen (BBS). Sie fühlen sich bei den Planungen übergangen, sollen nun aber mit Blick auf die Raumplanung doch noch ein Stück weit eingebunden werden.

Es ist für den Landkreis Rotenburg ein Mammutprojekt, in dem, wie Reinhard Bussenius (Grüne) im jüngsten Schulausschuss des Kreistags anmerkte, zwei Schulformen zusammengeführt werden, die vermeintlich nicht zusammenpassen. Es geht um das Gymnasium und die Berufsbildenden Schulen. Deren Gebäude sind so marode, dass neu gebaut werden soll. Kosten: 50 Millionen Euro. Anhand eines Raumprogramms wurde inzwischen ermittelt, wie groß der Komplex in etwa werden soll. Ergebnis: 24 000 Quadratmeter. Das ist etwas mehr als bisher.

Und das, obwohl die Schülerzahlen in den kommenden Jahren sinken und bei den Räumen sehr auf Effizienz geachtet wurde, wie Erster Kreisrat Torsten Lühring anmerkte. So sollen einige Räume sowohl von Oberstufen- als auch von Berufsschülern genutzt werden können. Auch bei Fachräumen ließen sich Synergien erzielen. Nicht alles muss doppelt eingerichtet werden. Ob aber alles so aufgeht, wie in der bisherigen Planung vorgesehen? Lehrer beider Schulen hegen da Zweifel. Es gibt viele Fragezeichen, teilte BBS-Lehrer Ralph Lindemann während der Ausschusssitzung in Zeven mit.

Stellungnahmen nach Ostern

Beispiel Chemieräume. Die stellen an BBS, Gymnasium und an die ebenfalls zu integrierende Schule für Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) unterschiedliche Anforderungen. Die zuständigen Fachabteilungen seien aber gar nicht befragt worden, monierte Lindemann. Auch die im Raumprogramm dargestellten Zuordnungen, etwa für die Agrarabteilung, seien vielen Kollegen nicht klar. Auf entsprechende Fragen sei kaum oder gar nicht eingegangen worden. Die Sorge ist, dass wichtige Aspekte vergessen werden und benötigte Räume später fehlen. Unter den Lehrern herrsche große Unzufriedenheit, schilderte Lindemann. Auch Eltern, Schüler und – für die BBS wichtig – Wirtschaft sollten enger eingebunden werden, forderte er.

Dass nun alles noch einmal aufgerollt und zur Diskussion gestellt wird, ist indes unwahrscheinlich. Wenn alle ihre Ideen einbringen, wecke das Erwartungen, die am Ende nicht erfüllt werden können, bemerkte Lühring. „Wir reden über 50 Millionen Euro. Das bringt unseren Landkreis an den Rand der Handlungsfähigkeit.“ Nach Ostern bestehe aber bis zu den Sommerferien die Möglichkeit, dass zumindest die Fachbereiche Stellung beziehen. Und sollte sich herausstellen, dass 20 Quadratmeter für einen Fachraum fehlen, werde das Projekt daran nicht scheitern. Zudem werde so gebaut, dass eine Erweiterung jederzeit möglich ist.

Dieser Punkt war Reinhard Bussenius wichtig. Die 24 000 Quadratmeter dürften jetzt nicht in Stein gemeißelt werden, forderte er, ist aber ebenso wie Lühring überzeugt, dass es am Ende in etwa auf diese Größenordnung hinauslaufen wird. Für ihn biete sich gerade für die Oberstufen eine Riesenchance, weil die unter einem gemeinsamen Dach Angebote schaffen könnten, die eine Schule alleine nicht bekäme.

Volker Kullik und Lothar Cordts (beide SPD) pochen darauf, den Zeitplan einzuhalten. 2020 sollen die Bauarbeiten beginnen. Es sei gut, mit den Beteiligten zu reden, aber auf keinen Fall sollte sich der Bau dadurch verzögern. Die Beteiligten einzubinden, deren Argumente zu hören, findet Kerstin Klabunde (CDU) gleichwohl unverzichtbar. Schon mit Blick auf das Leitbild.

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