Maske in Zement

Landrat Hermann Luttmann und Schulleiter legen Grundstein für Millionenprojekt in Bremervörde

Uwe Strohbach (v.l.), Hermann Luttmann und Bjela Witassek bei der Grundsteinlegung in Bremervörde.
+
Uwe Strohbach (v.l.), Hermann Luttmann und Bjela Witassek versenkten die Zeitkapsel im Fundament des 75-Millionen-Euro-Projektes.

75 Millionen Euro investiert der Landkreis Rotenburg in den Neubau des Gymnasium und der Berufsbildenden Schulen in Bremervörde. Am Donnerstag versenkten Landrat Hermann Luttmann sowie die Schulleiter Uwe Strohbach (Gymnasium) und Bjela Witassek (BBS) eine Zeitkapsel im Fundament.

Bremervörde – Es ist das teuerste Bauprojekt in der Geschichte des Landkreises – zumindest seit der Kreisreform 1977: 75 Millionen Euro steckt der Landkreis Rotenburg in den Neubau des Bremervörder Gymnasiums und der Berufsbildenden Schulen. Am Donnerstag versenkten Landrat Hermann Luttmann sowie die beiden Schulleiter Bjela Witassek (BBS) und Uwe Strohbach (Gymnasium) bei der Grundsteinlegung eine Zeitkapsel für die Nachwelt im Fundament.

Glückcent aus dem Landratsportemonnaie

Die hatte kurz zuvor Andreas von Fintel vom Amt für Gebäudemanagement mit Andenken an diesen Tag befüllt. Neben den obligatorischen Presseberichten und einem aktuellen Stadtplan, Fotos der jeweiligen Lehrerkollegien, Briefen und Informationen zu den Schulen sowie einem Glückscent aus dem Portemonnaie des Landrats wanderten auch ein selbstgenähter Mund-Nasen-Schutz und eine FFP2-Maske in die Röhre. Wiebke Meyer und Maren Gausmann als Schülervertreterinnen des Gymnasiums fügten noch ein Testkit hinzu.

Hermann Luttmann

„Als 2015 der neue Schulleiter des Gymnasiums seinen Antrittsbesuch bei mir gemacht hat, war sein erster Kommentar: Die Schule muss abgerissen und neu gebaut werden“, erinnerte sich Luttmann während der Grundsteinlegung im Beisein von Vertretern der Landkreisverwaltung, der Schulen, des Kreistages und der ausführenden Baufirma Goldbeck aus Bielefeld. Vertreter der Stadt Bremervörde hatte der Landkreis nicht eingeladen.

Ich denke, wir schaffen hier ein Gebäude, das mit den Entwicklungen der kommenden Jahre Schritt halten kann.

Hermann Luttmann

Schon 2015, vor dem Besuch des neuen Schulleiters, habe man sich auch bereits beim Landkreis intern Gedanken gemacht, zumal man zu dem Zeitpunkt gerade dort in den Brandschutz investiert hatte. „Und die finanzielle Lage des Landkreises war vor 15, zehn, fünf Jahren nicht so wie heute“, so Luttmann. „Ich denke, wir schaffen hier ein Gebäude, das mit den Entwicklungen der kommenden Jahre Schritt halten kann.“

Das sah auch Witassek so: „Was aus diesem Grundstein erwächst, werden viele Generationen sehen, deren Bildungsgrundstein in diesem Gebäude gelegt wird. Dieser Grundstein, der heute gelegt wird, wird eine Basis für unsere Zukunft bilden, für die die folgenden Schülergenerationen stehen – und auch für Zielstrebigkeit, Innovation, Respekt und Toleranz.“ Sie dankte dem Landkreis sowie den Mitgliedern des Kreistages für die Entscheidung, den Neubau in Angriff zu nehmen, „so dass hier, zusammen mit den Schulbauten der Stadt, das wohl modernste Schulzentrum Niedersachsens entsteht.“

Gute Zusammenarbeit zwischen Schulen, Landkreis und Bauunternehmen

Diese Ansicht teilte auch von Fintel. Er ist optimistisch: „Dieses Gebäude hat eine echte Chance, im Gegensatz zum Vorgängerbau 100 Jahre und mehr in Betrieb zu sein.“

Gabriele Heupel, Lehrerin am Gymnasium, lobte die Zusammenarbeit mit dem Landkreis und der Firma Goldbeck. „Wir wissen dieses Privileg zu schätzen, so vielfältig in Planungen und Entscheidungen mit einbezogen zu werden und fast alle Wünsche und Ideen in diesem Projekt auch wieder zu finden.“ Das Kompliment kam zurück: „Die Zusammenarbeit mit den Schulen ist sehr angenehm“, so von Fintel.

Bjela Witassek (v.l.), Andreas von Fintel und Uwe Strohbach füllten die Kapsel mit Zeitung, Karten, Briefen – und der Zeit entsprechend mit einer FFP2-Maske sowie einem selbst genähten Mund-Nasen-Schutz.

Im Gegensatz zu den gelben Bauelementen des derzeitigen Schulgebäudes wird der Neubau aus Klinkersteinen bestehen. „Echt norddeutsch“, wie von Fintel bemerkte. Beide Schulen haben eigenständige Gebäudeabschnitte, werden aber in einer gemeinsamen Mitte in Form einer dreigeschossigen Markthalle als Zentrum zusammengeführt. Diese dient als Aufenthaltsbereich, Treffpunkt, Veranstaltungsraum sowie als Marktplatz mit Kiosk und Projektverkauf. Die Dachenflächen sind geneigt und mit Ziegeln eingedeckt, dazu tragen sie eine Photovoltaikanlage, die einen großen Teil des Strombedarfs decken soll.

Die Fertigstellung des Gymnasiums ist für Ende 2022 vorgesehen, im nächsten Schritt folgt der Rückbau des ehemaligen Gebäudes, bis Ende 2024 soll dann die neue BBS fertig sein, woraufhin der Landkreis auch den zweiten Rückbau vornimmt. Für die Außenanlagen beider Schulen ist die Fertigstellung bis Anfang 2025 geplant.

Vor Uwe Strohbach (l.) und Bjela Witassek verfüllte zunächst Hermann Luttmann die Aussparung.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

Meistgelesene Artikel

Kleine Proteste beim „Zukunftsgespräch“ <br/>mit Lars Klingbeil und Olaf Scholz

Kleine Proteste beim „Zukunftsgespräch“
mit Lars Klingbeil und Olaf Scholz

Kleine Proteste beim „Zukunftsgespräch“
mit Lars Klingbeil und Olaf Scholz
380 000 Euro für Sofortmaßnahmen in der Rotenburger Innenstadt

380 000 Euro für Sofortmaßnahmen in der Rotenburger Innenstadt

380 000 Euro für Sofortmaßnahmen in der Rotenburger Innenstadt
Warnstufe 1 für den Landkreis Rotenburg ausgerufen

Warnstufe 1 für den Landkreis Rotenburg ausgerufen

Warnstufe 1 für den Landkreis Rotenburg ausgerufen
Pläne für Visselhöveder „Altensiedlung“: Eigentümer will bauen

Pläne für Visselhöveder „Altensiedlung“: Eigentümer will bauen

Pläne für Visselhöveder „Altensiedlung“: Eigentümer will bauen

Kommentare