Landkreis will Sanierungsbedarf prüfen lassen / Verwaltung hegt „Sympathie“ für Neubau

Bremervörder Schulen sind marode

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Das Gymnasium in Bremervörde weist ebenso wie die benachbarte BBS erhebliche Schäden auf, die sich nach Meinung der Schulleiter auch bereits auf den Unterricht auswirken.

Bremervörde - Von Michael Krüger. Rund 40 Jahre alt sind die benachbarten Gebäude der Berufsbildenden Schulen (BBS) und des Gymnasiums in Bremervörde. Und sie sind marode. Der Landkreis als Träger muss tätig werden – ein Gutachter soll in den kommenden zwei Jahren ermitteln, ob eine Sanierung noch sinnvoll oder ob ein Neubau fällig ist. Was im Schulausschuss vor zwei Wochen bereits angedeutet wurde, wurde am Freitag im Ausschuss für Hoch- und Tiefbau konkretisiert.

70000 Euro werden für die Expertise in den Haushalt 2016 eingestellt, Kreis-Gebäudemanagerin Christina Bonke stellte einen Baubeginn Ende 2022 in Aussicht. Nicht zwingende Baumaßnahmen an den Schulen werden vorerst auf Eis gelegt. Bonke: „Wenn man sich mit dem Gedanken beschäftigt, abzureißen, wäre es nicht sinnvoll, es nun schöner zu machen.“

Landrat Hermann Luttmann (CDU) hatte zuletzt in einer „groben Rechnung“ die Sanierung auf 25 Millionen und den Neubau auf 37 Millionen Euro beziffert. Ein Gutachter soll nun im ersten Schritt ermitteln, welche Variante sinnvoller wäre. Bonke: „So eine umfangreiche Untersuchung haben wir noch nie in Auftrag gegeben.“ Den Vorwurf, dass der Landkreis in den vergangenen Jahren mehr in die beiden Kreisgymnasien in Rotenburg und Zeven als in das Bremervörder Gymnasium investiert habe, weist der Landrat zurück. Und nennt Zahlen: In Zeven seien seit 2000 acht Millionen, in Bremervörde 3,5 Millionen und in Rotenburg „einige hunderttaussend“ Euro investiert worden.

Erster Kreisrat Torsten Lühring, in dessen Zuständigkeit die Schulen fallen, deutete bereits an: „Ich hege viel Sympathie für einen Neubau.“ Tatsächlich ist unklar, ob die Gebäude aus den 70er-Jahren nach heutigen energetischen Anforderungen und der Verpflichtung zur inklusiven Beschulung noch umgebaut werden können. Lühring sprach zuletzt von einem möglichen „Kompaktbau“ in vielleicht dreigeschossiger Bauweise, in dem sowohl das Gymnasium als auch die BBS untergebracht werden könnten und der sich an den realistischen Schülerzahlen in etwa zehn Jahren orientiere. Lühring: „Je kleiner und kompakter die Schule ist, desto wirtschaftlicher ist sie auch.“

Einen Neubau begrüßen auch die Schulleiter. Tammo Löffler, Rektor des Gymnasiums, als Gast am Freitag im Ausschuss: „Ich glaube, dass ein Neubau wirtschaftlicher ist.“ Sollte es dazu kommen, sprechen Verwaltung und Lehrerschaft bereits von einem „Paradigmenwechsel“ im Landkreis: Denn erstmals könnten BBS und Gymnasium ein gemeinsames Raumkonzept aufstellen – und so zum Beispiel Fachräume und Mensa gemeinsam nutzen.

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