Keine Geburtshilfe mehr in Bremervörde? Gleichstellungsbeauftragte sehen Politik am Zug

Alternative Geburtshaus

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Die Versorgung werdender Mütter könnte im Landkreis etwas schwieriger werden.

Bremervörde - Rund 300 Geburten gibt es derzeit jährlich in der Ostemed-Klinik Bremervörde – noch. Denn im Zuge der Umstrukturierung und der Partnerschaft des Landkreises mit den Elbe-Kliniken Stade-Buxtehude steht die Geburtshilfe im Nordkreis auf der Kippe. Die Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Rotenburg kritisiert die Pläne und fordert Alternativen. Sie sieht „Kreisverwaltung und die Kreistagspolitik in der Verantwortung“.

Nachdem die Abteilung im Zevener Martin-Luther-Krankenhaus schon vor Jahren geschlossen wurde, stünde nur noch das Rotenburger Diakonieklinikum im Landkreis als Krankenhaus für Geburten zur Verfügung. In der Kreisstadt werden seit Jahren stark ansteigende Zahlen auf derzeit mehr als 1000 Geburten jährlich verzeichnet. Landrat Hermann Luttmann (CDU) hat den Erhalt der Bremervörder Geburtshilfe bereits öffentlich infrage gestellt – eine Frage der Finanzen. Ute Pommerien, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, dazu in einer Pressemitteilung: „Eine ausreichende stationäre Krankenversorgung insbesondere im Bereich der Geburtshilfe muss jedoch auch im ländlichen Raum ortsnah sichergestellt werden, ansonsten besteht die Gefahr, dass Frauen generell davon absehen, Kinder zu bekommen, wenn die Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen.“

Der Aspekt der Ökonomisierung der Geburtshilfe könne nicht die alleinige Lösung für Schwangere und ihre Familien sein, es sei auch das Gebot der humanen Krankenhausbehandlung zu beachten. Ansonsten sei eine weitere Verdrängung der normalen Geburt durch den Kaiserschnitt zu befürchten.

„Eine Schließung der Geburtshilfe in Bremervörde, sollte sie denn konkret werden, ohne akzeptable Alternativen für die Schwangeren und ihre Familien, wie etwa die Einrichtung eines ambulanten Geburtshauses für ‚normale‘ Schwangerschaften vor Ort, wird von den Gleichstellungsbeauftragten kategorisch abgelehnt“, heißt es in der Mitteilung. Die Hebammen spielten bei Neu- und Umstrukturierungen in diesem Bereich eine zentrale Rolle und müssten rechtzeitig in Alternativüberlegungen einbezogen werden.

mk

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