Sanierungsstau im Bachmann-Museum / Aber es geht weiter

Das kann lange dauern

Das Bachmann-Museum ist in einem historischen Gebäude untergebracht. Das muss saniert werden. Foto: bz

Bremervörde – Der Ausschuss für Sport und Kultur des Landkreises Rotenburg hat empfohlen, das Projekt „Sanierung und Umbau des Bachmann-Museums“ weiter zu verfolgen. Dabei geht es nach ersten Schätzungen um eine Investition in Höhe von mehr als 14 Millionen Euro. Hinter dieser Summe steht allerdings noch keine „belastbare Planung“. Seit 2017 ist das Vorhaben ein Thema, erste Schritte sind bereits unternommen worden. Voraussichtlich wird es bis zur Fertigstellung noch zehn Jahre dauern. Vorrangiges Ziel ist es jetzt erst einmal, einen Projektsteuerer für das Vorhaben zu finden und diesen stufenweise zu beauftragen sowie für die weiteren fachlich Beteiligten zu sorgen.

Christina Schultz vom Amt für Gebäudemanagement des Landkreises, der Kreisarchäologe Stefan Hesse sowie die Museumsleiterin Ellen Horstrup haben dem Ausschuss während der Sitzung im Rotenburger Kreishaus erläutert, worum es eigentlich geht, wie es um den bisherigen Stand der Planungen steht und wie die Neukonzeption genau aussieht. Im Fokus haben sie dabei eigentlich zwei Bestandteile: Einerseits geht es um die Sanierung des Hauses, das von historischer Bedeutung sei, andererseits geht es darum, das Museum selbst in diesem Zuge nach nunmehr 25 Jahren zeitgemäß und damit fit für die Zukunft aufzustellen.

Das Kanzlei- und Marstallgebäude in Bremervörde ist eines der bedeutendsten Baudenkmale im Landkreis. Die beiden Gebäudeteile wurden nach dem verheerenden Schlossbrand von 1603 neu errichtet und beherbergen heute das Bachmann-Museum. Laut Stefan Hesse sei die Bedeutung des Gebäudes als „herausragend“ zu bezeichnen. Es handele sich um die größte befestigte Schlossanlage im Elbe-Weser-Dreieck. Der Landkreis Rotenburg sei nach dem niedersächsischen Denkmalschutzgesetz verpflichtet, das Gebäude nach den Gesichtspunkten der Denkmalpflege instand zu halten, zu pflegen und einer angemessenen Nutzung zuzuführen, sagt die Kreisverwaltung. In der Vergangenheit hätten höher priorisierte Bauaufgaben dazu geführt, dass die Sanierung des Gebäudes mehrfach verschoben wurde. Zwischenzeitlich sei jedoch ein hoher Sanierungsstau entstanden.

Bislang hat das Projekt noch keine Berücksichtigung in Förderprogrammen gefunden. Nach Auskunft des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege sind aktuell Fördergelder auf Landes- beziehungsweise EU-Ebene vorhanden. Außerdem wurde seitens des Landesamtes signalisiert, dass man den Landkreis unterstützen wolle, um das Projekt mit Fördergeldmaßnahmen voranzubringen. Fakt ist auch: Die museale Nutzung ist inzwischen stark eingeschränkt. Das Dachgeschoss und ein Drittel der bisherigen Dauerausstellung stehen nicht mehr zur Verfügung; die Sonderausstellungsfläche ist seit vier Jahren gesperrt. Einhergehend damit sinken die Einnahmen. Jetzt geht es also um eine Neukonzeption.

Parallel dazu sind die Dokumentation und Inventarisierung der Dauerausstellung als Voraussetzung für den Abbau der Präsentation bereits erfolgt. Ein Basiskonzept steht für die neue Dauerausstellung; externe Wissenschaftler nehmen es unter die Lupe. Grundlage für weitere Planungen ist ein Raumbedarfskonzept. Nicht zu vergessen sind die Depotplanungen für die Räumung – es geht um rund 50 000 Objekte. Eine Schließung des Museums wird nötig sein – wann und vor allem, wie lange die Türen geschlossen bleiben müssen, „lässt sich noch nicht sagen“, so Ellen Horstrup. Man versuche, diese Schließung so kurz wie möglich zu halten. Die weiteren Schritte sollen nach und nach in den Gremien des Landkreises dargestellt werden. Klaus Manal (SPD): „Ich habe das Gefühl, das alles ist in sehr gut Händen.“

Der Museumseintritt ist zurzeit ermäßigt

Das Bachmann-Museum in Bremervörde ist an der Amtsallee 8 zu finden. Es ist immer dienstags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen zwei Euro, Kinder 1,50 Euro Eintritt. Aufgrund von Sanierungsarbeiten am Gebäude ist ein Teil der Dauerausstellung für Besucher nicht zugänglich. Daher ist der Eintritt derzeit ermäßigt. Im ältesten Gebäude der Stadt Bremervörde untergebracht, bietet das Museum in der Dauerausstellung einen Überblick über die Geologie und Archäologie des Landkreises Rotenburg.

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