Eisdielenunfall: Fahrlässige Tötung, Körperverletzung und Straßenverkehrsgefährdung

Anklage gegen 60-Jährige erhoben

Bremervörde/Stade - Die Staatsanwaltschaft Stade hat Anklage vor dem Amtsgericht Bremervörde gegen eine 60-jährige Frau wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung erhoben.

Der Angeschuldigten wird vorgeworfen, am 5. Juli vergangenen Jahres in Bremervörde mit einem Wagen ungebremst in ein Schaufenster der Eisdiele "Pinocchio" in Bremervörde gefahren und erst unmittelbar vor dem Verkaufstresen zum Stehen gekommen zu sein. Zum Unfallzeitpunkt hielten sich in und vor dem Verkaufsraum der Eisdiele mehrere Personen auf, teilt die Polizei mit. Ein zweijähriger Junge und ein 65 Jahre alter Mann wurden dabei getötet, sechs weitere Menschen teils schwer verletzt.

Laut Anklageschrift habe durch Einholung eines Sachverständigengutachtens ein technischer Defekt an dem Fahrzeug ausgeschlossen werden können. Stattdessen habe die Frau nach dem Ergebnis der Ermittlungen den Unfall durch Fahrlässigkeit verursacht. Nähere Angaben zur Unfallursache und zum Verschulden machte die Staatsanwaltschaft nicht.

Der Unfall hatte auch deshalb für Aufsehen gesorgt, weil die Rettungsarbeiten durch Gaffer behindert worden waren. Insoweit hatte die Staatsanwaltschaft Stade bereits im Februar 2016 Anklage gegen drei besonders auffällige Gaffer unter anderem wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung, Bedrohung sowie Beleidigung erhoben.

Über die Eröffnung des Hauptverfahrens und den Beginn einer Hauptverhandlung muss nun das Amtsgericht entscheiden.

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