Herzlich verankert mit dem Eichenring

Bremervörder Band „Anchors & Hearts“ feiert Heimspiel beim Hurricane Festival

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„Anchors & Hearts“-Sänger Manuel Wintjen.

Bremervörde - Von Ralf G. Poppe. Premiere in der Heimat: Nach drei Gastspielen beim Deichbrand Open Air bei Cuxhaven tritt die Hardcore-Formation aus Bremervörde in diesem Jahr erstmals beim Hurricane Festival in Scheeßel auf. Nach langer Zeit mal wieder ein richtiges Heimspiel für eine Band aus der Region. Wie ist die Gefühlslage? Wir haben bei Sänger Manuel Wintjen nachgefragt.

Gut drei Monate davor: Ist die Aufregung schon groß?

Manuel Wintjen: Wir sind natürlich unbeschreiblich geflasht, beim Hurricane-Festival spielen zu dürfen. Für uns war das Engagement bereits im November klar. Wir mussten uns immer wieder auf die Zunge beißen, wenn in Interviews nach unseren Plänen oder anstehenden Shows für 2018 gefragt wurde. Nun ist die Katze endlich aus dem Sack. Persönlich finden wir alle, dass das Programm 2018 in Scheeßel stark ist. Wir sind umgeben von unseren eigenen Lieblingsbands unseres Genres. Zudem ist für jeden von uns das Hurricane Festival immer ein großer Traum gewesen. Es ist einfach das größte Festival der Region. Als ich angefangen habe, Musik zu machen und die ersten eigenen Songs schrieb, habe ich mir immer vorgestellt wie es wäre, einmal beim Hurricane zu spielen. 2018 wird dieser Traum tatsächlich wahr.

Inoffiziell geisterte das Gerücht vom „Anchors & Hearts“-Auftritt bereits seit längerem durch die Szene. Hatte die Band Angst, dass noch etwas schiefgeht?

Wintjen: (lacht) Dass wir wirklich auf dem Hurricane spielen, wissen wir zu 100 Prozent erst, wenn wir an dem Tag zu der Zeit auf der Bühne stehen. Es kann immer und überall etwas dazwischen kommen. Das ist dann einfach doof. Ich erinnere mich an den bisher letzten Auftritt beim Deichbrand Festival, als wir beinahe zu spät zur Autogrammstunde kamen, weil wir komplett im Anreisestau des Festivals steckten. Wir sind auch nur Menschen. Zum Glück lief dann kurz vor dem Gelände alles reibungslos, sodass wir rechtzeitig vor Ort waren. Scheeßel ist auch um die Ecke, aber irgendetwas kann immer schiefgehen. Aber wir haben bisher stets alles super organisiert und gemeistert. Egal, wo wir gerade in Deutschland unterwegs waren!

Wenn man das Hurricane-Festival einmal privat besucht hat – was ist der größte Unterschied zum eigenen Konzert?

Wintjen: Wichtig: Saubere Toiletten ohne anzustehen. Essen und Freigetränke ohne anzustehen. Und du triffst die Leute, die du sonst nur auf der Bühne oder im Fernsehen siehst. Ich liebe die Festivalsaison einfach. Bestenfalls bei schönem Wetter backstage chillen, neue Leute kennenlernen, sich austauschen. Und einfach realisieren, dass wir alle nur mit Wasser kochen. Es ist einfach unbeschreiblich, wenn du backstage neben den Toten Hosen am Kuchenbüfett stehst oder mal eben die Gitarre von den Donots hältst, weil jemand unmittelbar vor der Show noch mal schnell auf die Toilette muss. Ach ja... herrlich.

Wird die Truppe an allen Tagen vor Ort sein, um neben dem Auftritt auch persönlich zu feiern, oder liegen noch weitere Konzerte an?

Wintjen: Wenn wir an dem Wochenende keine andere Show mehr spielen, werden wir es sicher einrichten, uns so viele Bands wie möglich anzuschauen. Das machen wir unabhängig vom Hurricane überall so. Wir kommen am liebsten rechtzeitig an, schauen uns speziell auf Open Airs wenn möglich immer alle Bands an. Außerdem gehen wir auch immer gerne ins Infield (Gelände), um Leute zu treffen, und zu feiern. Also, wenn ihr uns trefft – Hallo sagen und wir nehmen dann fünf Cola-Korn!

Die Hüllen der drei „Anchors & Hearts“-Alben sind recht dunkel gehalten. Warum?

Wintjen: Die Themen, die wir in unseren Songs behandeln, sind ernst. Da passt dunkel und düster. Wenn ich über gesellschaftliche Schwächen und Probleme singe, fallen mir wenige Farben dazu ein.

„Anchors & Hearts“ sieht sich nicht als politische Band. Könnte es eine Herzensangelegenheit der Gruppe sein, Gewalt durch Musik zu verhindern?

Wintjen: Die Band ist eine Herzensangelegenheit für uns. Wer auf unsere Konzerte geht, wird ein bunt gemischtes Publikum friedlicher Menschen treffen, die eine gute Zeit miteinander haben. Gewalt ist für uns nie eine Alternative, und wir distanzieren uns davon. Musik kann unglaublich viel Energie freisetzen – von unserer Seite aus durchweg positiv gedacht.

Können (musikalische) Worte tatsächlich wie Waffen sein?

Wintjen: Definitiv! ,Words like weapons’ ist nach dem Titeltrack die zweite Single unserer aktuellen, dritten CD ,Across The Borders’. Thema ist die üble Nachrede hinter dem Rücken des eigentlich Betroffenen. Jeder kennt so etwas. Du selbst erfährst als Letzter, was über dich geredet wird. Das ,zur Rede stellen’ kann dann ,Words’ zu ,Weapons’ machen. Im Video haben wir ein Messer und eine Pistole als Metapher für Gerüchte oder Lügen genommen, denn auch Worte können sehr weh tun, besonders wenn sie unwahr sind und/oder der Betroffene nichts davon weiß.

Zur Band

Die Band „Anchors & Hearts“ besteht neben dem Sänger Wintjen aus Sebastian Gohl (Gitarre), Timo Buck (Gitarre), Tim Söhl (Bass) und Torben Tost (Drums). Nach fünf Jahren Bandgeschichte veröffentlichte das Quintett am 28. Juli mit „Across The Borders“ das dritte Studioalbum. Gleich nach Bandgründung 2012 sind „Anchors & Hearts“ erstmals beim Deichbrand Festival bei Cuxhaven aufgetreten. 2015 und 2017 folgten weitere Gastspiele. Die Gruppe bevorzugt einen harten Sound, der ultraschnelle Riffs mit wuchtigen Grooves und aggressiven Shouts (Vocals) ergänzt. Wintjen ist nebenher mit sechs Gastspielen derjenige Musiker, der am häufigsten beim Deichbrand Festival auftrat. Vor den drei Konzerten mit „Anchors & Hearts“ spielte er beim Festival an der Nordsee dreimal mit seiner Formation A Chinese Restaurant. www.anchorsandhearts.de

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