Wie in Bothel sind ältere Männer betroffen / Suche nach Ursache läuft

Auffällig hohe Krebszahlen auch in Rotenburg

Joachim Kieschke vom Epidemiologische Krebsregister (v.l.), Landrat Hermann Luttmann, Gesundheitsamt-Leiter Frank Stümpel und Michael Hoopmann vom Landesgesundheitsamt verkünden die beunruhigenden Zahlen.
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Joachim Kieschke vom Epidemiologische Krebsregister (v.l.), Landrat Hermann Luttmann, Gesundheitsamt-Leiter Frank Stümpel und Michael Hoopmann vom Landesgesundheitsamt verkünden die beunruhigenden Zahlen.

Rotenburg - Von Michael Krüger. „Dieses Ergebnis war zu befürchten.“ Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) verschweigt nicht, dass er nach den Befunden in der Samtgemeinde Bothel Ende 2014 Ähnliches für die Kreisstadt erwartet hatte. Am Montagmittag wurde bekannt, dass auch in Rotenburg auffällig viele Männer im Alter zwischen 60 und 74 Jahren an Leukämien und Lymphonen erkrankt sind.

Nach der ersten Auswertung in Bothel hat das Epidemiologische Krebsregister Niedersachsen einen zweiten Bericht für die geografisch direkt angrenzenden Kommunen erstellt. Zwar gab es keine Auffälligkeiten in den Bereichen Visselhövede, Scheeßel, Neuenkirchen, Sottrum, Langwedel und Kirchlinteln, in Rotenburg allerdings schon. Die nachgewiesene Erhöhung beträgt rund 30 Prozent. 54,8 Fälle waren statistisch für die Jahr 2003 bis 2012 zu erwarten, 72 Fälle sind registriert. Die Erhöhung ist damit zwar geringer als in Bothel, aber statistisch auffällig. Und das bedeutet: Zufall ausgeschlossen. Es muss Gründe geben.

Und die werden nun untersucht. 7000 Fragebögen hatte das Gesundheitsamt in Bothel ausgegeben, rund 5000 der Bürger über 16 Jahren sind zurückgekommen. Nun soll nach Gemeinsamkeiten im Lebenslauf der Erkrankten geforscht werden. Das könne, hieß es am Mittag während der Pressekonferenz im Kreishaus, aber noch bis zum Spätherbst dauern. Ob eine ähnliche Befragung in Rotenburg durchgeführt wird, ist noch unklar.

Behörden und Politik fordern eine „sachliche Debatte“, die Bürgerinitiativen werden deutlicher. Kathrin Otte vom „Gemeinnützigen Netzwerk für Umweltkranke“ (Genuk) sagte in einer ersten Reaktion, es verdichteten sich die Hinweise, dass es einen Zusammenhang mit der Erdgasförderung in der Region gebe. „Die Forderung nach einem Moratorium zum Stopp der Förderung wird immer realistischer.“ Denn: „Wir können nicht riskieren, dass noch mehr Menschen erkranken.“

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