Y-Trasse und Co.: NDR zeichnet Radiosendung auf / Kirchlintelner Kritik an Initiativen

Dialogforum sucht passende Lösung

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Dirk Eberle (v.l.), Evelyn Rathjen, Moderator Hans-Jürgen Otte, Frank Limprecht und Hans-Peter Wyderka stellen sich auf dem Podium der Diskussion.

Bothel - Dient das Dialogforum Schiene Nord, in dem Kommunen, Verbände und Bürgerinitiativen versuchen, eine moderne Schieneninfrastruktur auf die Beine zu stellen, als Alibiveranstaltung oder ist das Forum doch ein transparenter Weg der Bürgerbeteiligung bei der Suche nach einer geeigneten Bahntrasse? In der Aufzeichnung zur „Jetzt reicht’s!“-Radiosendung von NDR1 gingen die Meinungen am Dienstagabend auseinander.

Moderiert von Hans-Jürgen Otte diskutierten im voll besetzten Saal der Gaststätte Meyer Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle, Evelyn Rathjen als Vorsitzende des Umweltschutzverbandes Bothel-Brockel, Frank Limprecht von der Bahn und Hans-Peter Wyderka vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium mit dem Publikum.

„Der globale Handel wächst und damit auch der Bedarf, die Güter von den Häfen mit der Bahn zu verteilen“, rechtfertigte Hans-Peter Wyderka die geplanten Bahn-Maßnahmen. „Wir als Land haben ein großes Interesse daran, die Bahnverkehre der Seehäfen in Bremen, Hamburg und Niedersachsen an das Hinterland anzubinden. Dazu brauchen wir ein gut ausgestattetes Schienennetz.“

Frank Limprecht von der Deutschen Bahn betonte: „Vor dem Hintergrund von Stuttgart 21 gehen wir mit dem Dialogforum einen neuen Weg, die Planung zu hinterfragen. Da die Y-Trasse im Landkreis Rotenburg wenig akzeptiert ist, suchen wir ergebnisoffen nach möglichen Alternativen, wo nicht die wirtschaftlichste, sondern die passendste Lösung genommen werden soll. Das Forum liefert dazu entsprechende Anstöße.“

Mit der sogenannten Alphalösung, dem Ausbau bereits vorhandener Strecken, würden die Verkehre verteilt, so Limprecht, der sicher ist, dass das Forum bis November eine Lösung erarbeitet hat. „Ich rechne mit einer neuen Trasse im Jahr 2030. Der Ausbau der Amerikalinie ist am schnellsten realisierbar.“

Bothels Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle erklärte: „Wenn wir es im Dialogforum Schiene Nord schaffen, die Kriterien für eine Trasse sauber zu formulieren, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Politik darüber hinweg geht. Damit klammern wir auch das Sankt Florian-Prinzip aus. Wir haben es bisher geschafft, dass das Forum bislang nicht gespalten wird.“

Evelyn Rathjen sagte: „Ich bin zuversichtlich, dass das Forum eine gute Lösung findet. Anfangs hatten wir das Gefühl, dass es dort schleppend vorangeht. Den geforderten Sachbeistand haben wir nun bekommen. Damit reden wir als Bürgerinitiativen auf Augenhöhe mit Bahn und Land. Wir haben immer gesagt ein Ausbau geht vor Neubau. Dieser Aussage bleiben wir treu.“ Wenn es auf den Ausbau bestehender Strecken hinauslaufe, müsse die Bahn für optimalen Lärmschutz sorgen.

Gegen Ende der Sendung kritisierten Vertreter der Kirchlintelner Gruppe gegen den Ausbau der Amerika-Linie „eine mangelnde Kommunikation“ innerhalb der Bürgerinitiativen. Denn in ihrer Gemeinde wären viele Anwohner von einem Ausbau der Amerikalinie direkt betroffen. NDR1 Niedersachsen strahlt die Sendung heute Abend ab 19.05 Uhr aus.

woe

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