Rat dennoch für Kurzzeit-Kita im Sporthaus

Westerwalseder sauer auf die Nachbarn

Beim Stühlerücken auf Probe im Sporthaus waren die Kita-Pläne von Jochen Hestermann und Ursula Hoppe noch in trockenen Tüchern.
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Beim Stühlerücken auf Probe im Sporthaus waren die Kita-Pläne von Jochen Hestermann und Ursula Hoppe noch in trockenen Tüchern.

Westerwalsede – Eigentlich war alles in trockenen Tüchern: Die Kirchwalseder Kindergartenkinder werden bis August oder September 2022 in drei Gruppen im Westerwalseder Sporthaus betreut. Nämlich so lange, bis ihr neues Domizil, die ehemalige Sparkasse in Kirchwalsede, in eine funktionierende Kita umgebaut und erweitert worden ist. So zumindest der Plan der beiden amtierenden CDU-Bürgermeister Ursula Hoppe (Kirchwalsede) und Jochen Hestermann (Westerwalsede) und der noch im Amt stehenden Gemeinderäte.

Allerdings hatten Mitglieder der neuen Mehrheit im Kirchwalseder Rat, die „Bürgerliste Kirchwalsede – Deine Meinung zählt“, bereits angekündigt, den gerade erst gefassten Beschluss der vorübergehenden Unterbringung noch im November wieder zu kippen, um die Kinder weiter im Fachwerkhaus am aktuellen Standort zu betreuen. Dort läuft allerdings der Pachtvertrag zum Jahresende aus.

Dieses ganze Durcheinander hat jetzt auch den Westerwalseder Rat enorm irritiert, denn der muss natürlich den Daumen heben für die Kurzzeit-Kita im eigenen Sporthaus. Aktuell sind die bisher guten nachbarschaftlichen Beziehungen doch arg belastet. Äußerungen von Kirchwalseder Ratsmitgliedern empfanden die Westerwalseder Kollegen jetzt durch die Bank weg als „unangebracht und sehr störend“.

Denn die Politiker stehen der Idee von Hoppe und Hestermann sehr wohlwollend gegenüber. „Die Gemeinde Westerwalsede hat sofort die Hilfe angeboten. Unser Sportverein hat die Anfrage unterstützt und würde sogar für die Übergangszeit den Sportbetrieb einstellen oder mit manchen Übungsabenden nach Süderwalsede umziehen“, so Bürgermeister Hestermann vor einigen Wochen.

Dennoch glaubt der Westerwalseder Rat trotz neuer Mehrheiten im Nachbardorf, dass sich dortigen Kollegen an ihren Beschluss halten und hat seinerseits jetzt den nötigen Mietvertrag auf den Weg gebracht: Einstimmig wurde beschlossen, der Gemeinde Kirchwalsede als Träger des Kindergartens das eigene Sporthaus für eine befristete Zeit zu einem marktüblichen monatlichen Mietpreis zu überlassen, der von der Samtgemeindeverwaltung ermittelt wird.

Die Kosten des Umbaus des Sporthauses zu einer kindgerechten Einrichtung in Höhe von 27 000 Euro soll die Gemeinde Kirchwalsede übernehmen. Ab Januar 2022 soll die Kita dann an den Start gehen.

„Wir stimmen der Vereinbarung zu, damit die Kinder gut untergebracht sind“, sagte Manfred Keitz (SPD). „Wir als Gemeinde Westerwalsede hätten auch viel schneller reagiert, wenn nicht so viel politischer Gegenwind aus Kirchwalsede gekommen wäre. Ich finde die Aussagen von manchen Kirchwalseder Ratsmitgliedern, wir würden unser Sporthaus auf ihre Kosten sanieren, schon mehr als dreist“, reagierte Sven Joost (WG) verärgert.

Jörn Homann (WG) merkte an: „Es ist traurig, was da aus Kirchwalsede teilweise an Aussagen gekommen ist. Wir sollten als Dörfer in der ländlichen Region viel mehr zusammenhalten.“ Kirchwalsedes Noch-Bürgermeisterin Ursula Hoppe bedankte sich am Ende der Westerwalseder Ratssitzung bei den Anwesenden für die gefassten Beschlüsse und erklärte, sie habe sich für manche Aussagen von Ratsmitgliedern in der jüngsten Kirchwalseder Ratssitzung „echt geschämt“. So würde deswegen auch das gute Miteinander der beiden Dörfer enorm leiden.

Ergo hat der neue Kirchwalseder Bürgermeister nicht nur die Kita-Frage möglichst schnell zu lösen, sondern er muss auch das lädierte Verhältnis mit dem Nachbarn kitten.

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