So viele Gäste wie nie feiern beim „EAO“ lokale Livebands von früher und morgen ab

Zurück in die Zukunft

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Gallmucke mit Arne Hollmann (l.) und Carsten Neubauer gehört zu den Zuschauermagneten.

Söhlingen - Von Ulla Heyne. 20 Jahre Erntefest All Over – zur Jubiläumsausgabe hatten Moderator Olaf Precht und seine Mitstreiter vom Veranstalter, dem Online-Musikmagazin „Row People“, am Freitagabend jede Menge Mitstreiter aus vergangenen Tagen im Festzelt in Söhlingen zusammen getrommelt. Eine Zeitreise? Ja und nein.

Sicher, mit Auftritten von Gallmucke, Thorn und „Hausband“ Maintain wurden gemeinsam die guten alten Zeiten zelebriert, und das Wiedersehen alter Muckerfreunde auf der Bühne und davor nahm sich fast aus wie ein Klassentreffen. Auch, wenn die letzten gemeinsamen Gigs schon ein Jahrzehnt oder mehr zurückliegen: Man kennt und schätzt sich in der lokalen Szene, der die Veranstaltung von jeher eine Plattform bieten will.

Doch auch der Ausblick auf das, was gegenwärtig in den Startlöchern steht, nicht nur mit den viel versprechenden „Andi and his hot daugther“, sondern auch den Hamburgern Abramowicz, die auf den diesjährigen Festivals heiß gehandelt wurden, ließ sich gut an. Und so traf die Einmarsch-Hymne der Metaller von Thorn mit „Back to the Future“ die 20. Auflage des legendären „lautesten Erntefests“ auf den Kopf.

20. Erntefest All Over

Der Coup, Gallmucke nach deren Auflösung im Jahr 2008 zusammenzubringen, hatte – abgesehen von der starken Metal-Fraktion im Publikum – einen Großteil der gut 500 Besucher angelockt, und Precht verriet schmunzelnd: „Während ihres Auftritts wollte niemand von uns freiwillig die Kasse besetzen.“ Ebenso spielfreudig gaben sich die Metaller Thorn, 2006 aufgelöst und in Söhlingen wieder vereint, und Maintain, die als letztes das Zelt „zerlegten“. Entsprechend hoch die Dichte der schwarzen Shirts und geschüttelten Haarmähnen vor der Bühne, die der härteren Gangart huldigten.

Doch nicht nur um die Musik ging es an dem denkwürdigen Abend, der rund doppelt so viele Besucher anlockte wie in den Vorjahren. Sondern um Erinnerungen und allerlei Kontakte, die hier entstanden: Carsten Neubauer, der mit Gallmucke richtig abging, hatte vor 17 Jahren hier seine Frau kennengelernt, Musikerkreise schlossen sich zusammen und führten zur Gründung des Musik-Online-Magazins „ROW people“, bis heute gemeinsam mit dem Schützenverein Ausrichter des etwas anderen Schützenfest-Auftaktes. Dass das nach zwei Dekaden erstmals von der ortsansässigen Blaskapelle eröffnet wurde – Wacken lässt grüßen –, ist Herbert Röhrs zu verdanken. Der Vater des früh verstorbenen Mitinitiators Thorsten Röhrs, hatte sich im Interview mit der Kreiszeitung im Scherz den Aufmarsch „seines“ Ensembles gewünscht. „Dass es vor der Bühne von Anfang an so voll war, ist den Hemslingern zu verdanken“, äußerte sich Precht zufrieden.

Das „EAO“, wie es die Beteiligten liebevoll nennen, hat ein gutes Stück Musik-Geschichte in der Region geschrieben – das machte die Co-Moderation des Hemslinger Trompeters Benedikt Meyer, deutlich, der fast genau bei der Erstauflage geboren wurde und nun mit der Blaskapelle am Start war. Samstag war ein Meilenstein auf diesem Weg, denn, so versprach Precht: „Es geht weiter!“

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