Verfahren zur Gemeinnützigkeit zieht sich hin

„Lotte“ lässt auf sich warten

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Die Belebung des Bullensee-Pavillons dauert länger als gedacht.

Kirchwalsede - Von Matthias Röhrs. Eigentlich habe man in diesem Jahr starten wollen. Sassa Weyandt, Vorsitzende des Vereins „Lotte am Bullensee“, wirkt enttäuscht. Große Pläne haben sie und ihre Mitstreiter, kulturelles Leben im Pavillon am Bullensee zu etablieren. Doch es gibt Zweifel an der Gemeinnützigkeit. Steht das Projekt auf der Kippe?

Es gibt Vorbehalte wegen der Gemeinnützigkeit, weiß Weyandt. „Verschwendung von Steuergeldern“ sei der Hauptkritikpunkt – immerhin mit 260000 Euro will der Landkreis Rotenburg das Projekt fördern, sollte das Finanzamt dessen Gemeinnützigkeit anerkennen. So der politische Beschluss. Insgesamt 450000 Euro möchte der Verein „Lotte am Bullensee“ in das Projekt investieren, um den zurzeit leer stehenden Pavillon in Sichtweite des Sees wieder mit Leben zu füllen.

Nun wartet Weyandt auf grünes Licht vom Finanzamt Rotenburg. „Die prüfen alles auf Herz und Nieren, das dauert“, sagt sie. Ende diesen Jahres hätte alles fertig sein sollen. Nun hofft sie, dass es zumindest 2017 etwas mit dem kleinen, ehrenamtlich betriebenen Kultur- und Gastronomiezentrum wird. Doch ohne Gemeinnützigkeit gibt es keine Fördermittel vom Landkreis, und auch keine Übertragung des Grundstückes an den Verein „Lotte am Bullensee“.

„Es soll ein schöner und moderner Ort werden, der in die Umgebung passt“, sagte Weyandt noch bei der Vorstellung des Projekts mit Mehrheitsgruppe im Kreistag aus SPD, Grüne und WFB sowie dem Touristikverband des Landkreises Rotenburg (Tourow) im vergangenen Juni. Im Pavillon wolle man – zunächst nur an Wochenenden – versuchen, regionale und saisonale Kost anzubieten, hieß es damals. Auch gelegentliche Veranstaltungen kultureller Art solle es geben. Neben dem Geld des Landkreises sollten weitere Fördertöpfe, wie von der Metropolregion Hamburg, angezapft werden. Seitdem gibt es Kritik. Dem Beschluss des Kreistags, das Geld zur Verfügung zu stellen, ging eine heftige Debatte voraus. Unwirtschaftliches Konzept, Verschwendung von Steuergeldern, Missachtung von Förderrichtlinien, so die zentralen Kritikpunkte der Gegner des Projekts.

Auch das Rechnungsprüfungsamt des Landkreises meldete Zweifel an. Der Landkreis verzichte auf Einnahmen durch einen Gelände-Verkauf. Zudem seien elementare Teile der öffentlichen Ausschreibung geändert worden. Auch eine realistische Wirtschaftsplanung vermisste das Amt.

„Es ist schwer, aus dem Geruch eines reinen gastronomischen Betriebes, wie es der Pavillon früher einmal war, heraus zu kommen“, sagt Weyandt heute. Sie habe nicht vor, „bürgerschaftliches Engagement mit gastronomischen Betrieb zu verbinden“, versucht sie einen Teil der Kritikpunkte zu entkräften.

Sollte dem Projekt tatsächlich die Gemeinnützigkeit abgesprochen werden, will sie sich damit nicht zufrieden geben. Diese könne ja auch nachträglich an- oder aberkannt werden. „Dafür muss man aber erst einmal starten können“, sagt Weyandt. Auch ohne Gemeinnützigkeit werde man einen Weg finden. „Wenn man an das Projekt glaubt, muss man es auch nicht beerdigen.“ Aber: „Dem Pavillon tut es nicht gut, wenn er weiter leer steht.“

Kleine Schwester springt ein

Auch wenn sich das Projekt „Lotte am Bullensee“ weiter verzögert, will der Verein in diesem Sommer an dem See Präsenz zeigen. Wie schon im vergangenen Jahr soll „Lottes“ kleine Schwester, der Holzpavillon „Lottchen“, aufgestellt werden, den eine Freundin des Vereins betreibt, so Vorsitzende Sassa Weyandt. Dieser sei bereits im vergangenen Jahr erfolgreich gewesen. Nun soll das Angebot von „Lottchen“ nochmal erweitert werden.

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