Verein Lotte sammelt Anregungen / Aber: Niemand will Veranstalter sein

Viele Ideen für künftige 1.-Mai-Feiern am Bullensee

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Suppe für die Jugendlichen: Ragna Reusch-Klinkenberg (l.), Sassa Weyandt und Ursula Hoppe (r.).

Kirchwalsede - Von Jens Wieters. Der Kirchwalseder Verein Lotte am Bullensee wird sich künftig verstärkt mit in die von vielen Tausend Jugendlichen besuchte 1.-Mai-Feier einmischen. Die Mitglieder sammeln jetzt Ideen, wie die große Party-Sause rund um den Moorsee vielleicht mit weniger Müll in der Landschaft, weniger Scherben und auch mit weniger betrunkenen jungen Menschen über die Bühne geht.

Einige Anregungen haben die Vereinsmitglieder bereits während der vergangenen Veranstaltung in den Notizblock geschrieben, denn die „Lottis“ haben laut Mitteilung 43 Liter Gemüsesuppe mit Kokos und Curry an die Jugendlichen ausgegeben und dabei gleich eine Fragebogenaktion gestartet, um zu ermitteln, was denn am 1. Mai am Bullensee fehlt. „Die Wünsche sind vielfältig: Eine Pfandflaschenannahmestelle vor Ort, mehr Toiletten, Möglichkeiten zum Händewaschen und mehr Müllbehälter. Viele möchten auch eine strikte Umsetzung des Alkoholverkaufsverbots an den Imbisswagen und stattdessen dort mehr Wasser und Kaffee im Ausschank sehen“, haben die Lotte-Mitglieder ermittelt.

Auch eine Prämierung des schönsten Bollerwagens würden die Jugendlichen cool finden. Und nicht zuletzt stünde eine Bühne, auf der eine Band spielt, ganz oben auf der Wunschliste der Bullensee-Pilgerer. Eine Idee, die der Verein Lotte unterstützt: „Das würde das ganze Geschehen räumlich konzentrieren.“

Die Mitglieder sind der Meinung, dass das Bullenseegelände einmal im Jahr eine solche Veranstaltung vertragen könne: „Die Kids sind am 1. Mai da – so oder so! Wir haben jetzt ein Jahr Zeit, gemeinsam mit der inzwischen wieder nüchternen Jugend den 1. Mai 2016 zu planen. Lotte ist dabei“, heißt es weiter.

Kirchwalsedes Bürgermeisterin Ursula Hoppe, selbst Lotte-Mitglied, war das erste Mal bei der großen Open-Air-Party und verteilte ebenfalls Suppe: „Ich fand den ganzen Tag lange nicht so chaotisch wie er immer betitelt wird.“

Wenn nur nicht das Müllproblem wäre: „Unser Gemeindearbeiter hat schon einen ganzen Tag gebraucht, um den Strand wieder sauber zu machen.“ Mehrweggeschirr am Imbissstand, wie es der Verein Lotte verteilt habe, sei ein erster Schritt.

Aber auch alle anderen Ideen der Jugendlichen findet Hoppe „grundsätzlich gut und sollten weiterentwickelt werden.“ Allerdings sei das nicht so einfach, weil niemand so recht als Veranstalter für die Bullensee-Party gelten möchte. „Um dann vielleicht sogar haftbar zu sein“, schränkt Hoppe ein, „aber wir haben ja noch ein Jahr Zeit.“ Die Suppenaktion sei jedenfalls schon mal als gelungen zu betrachten.

„Zehn Kisten gespendetes Biogemüse wurden einen Tag zuvor bei einer Schnippelparty auf dem Rotenburger bei Musik und vielen Gesprächen zu 43 Litern Suppe verarbeitet. Von Jens Goldstein vom Verein Kuba Rotenburg wurden wir nicht nur mit einer Gulaschkanone und Feuerholz versorgt“, schreibt Lotte-Mitbegründerin Sassa Weyandt.

Weitere Schnippelpartys seien ebenfalls geplant – allerdings vor einem anderen Hintergrund: „Der Umbau des Bullenseepavillons steht hoffentlich bald an und bei den Treffen der Vereinsmitglieder mit Besuchern sollen die Früchte des Schnippelns im Anschluss gemeinsam genossen werden“, so der Verein.

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