Info-Veranstaltung im Botheler Rathaus

Krebs durch Ergasförderung? Experten geben Entwarnung durch Urin-Studie

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Professor Thomas Göen ist Leiter der Studie. Sie hat keine erhöhten Benzol- und Quecksilberbelastungen für die Bevölkerung ergeben.

In der Urin-Studie war untersucht worden, ob beziehungsweise wie stark die in der Nähe von Erdgasförderanlagen wohnenden Menschen in der Region der Samtgemeinde Bothel Schadstoffen ausgesetzt sind und inwiefern die Krebs-Gefahr dadurch steigt.

Bothel - „Es geht bei diesem Termin gar nicht mehr so sehr um die Ergebnisse der Studie, sondern die Leute haben Gelegenheit, die Experten zu Hintergründen zu befragen“, sagt Bothels Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle zu der Urin-Studie und lädt alle Interessierten für Montag, 13. Januar, ab 18 Uhr ins Botheler Rathaus ein. Denn dort werden die Fachleute, die die Human-Biomonitoring-Studie im Auftrag des Niedersächsischen Sozialministeriums erstellt haben, während einer Infoveranstaltung Auskünfte über ihre Arbeit und das Krebs-Potenzial in der Region geben.

Die eigentlichen Ergebnisse waren bereits im vergangenen November veröffentlicht worden. Die Studie hat keine erhöhten Benzol- und Quecksilberbelastungen für die Bevölkerung in der Nähe von Erdgasförderanlagen ergeben, aber viele Fragen blieben ungeklärt. „Somit liegen für zwei Substanzen, die in der Diskussion um mögliche gesundheitliche Auswirkungen der Erdgasförderung stehen, keine Hinweise auf eine aktuelle Belastung der Wohnbevölkerung vor“, hieß es vor gut zwei Monaten zur Krebs-Gefahr.

Urin-Studie: Keine Gefahr durch vermehrte Krebs-Erkrankungen

Professor Dr. Thomas Göen und seine Mitarbeiterinnen Kerstin Zethner und Kristina Zethner von der Universität Erlangen-Nürnberg, die durch die Studie, bei der Urin-Proben untersucht wurden, auch ihren Doktortitel erlangt haben, hatten in einem hochkomplexen mehrmonatigen Verfahren herausgefunden, dass die Menschen zwischen Hemsbünde und Hemslingen nicht mehr oder weniger mit Benzol oder Quecksilber belastet sind als die Personen, die im Nordkreis weitab von allen Erdgasförderstätten wohnen. Damit ist auch die Krebs-Gefahr nicht erhöht.

Fast 300 Freiwillige hatten sich in der Samtgemeinde Bothel gemeldet, wo 2014 erstmals für die Region eine erhöhte Anzahl von hämatologischen Krebs-Erkrankungen bei Männern aufgefallen war. 101 Probanden wurden ausgewählt, die in der Nähe von Förderanlagen wohnen.

Im Sommer und im Herbst 2018 wurden Urin-Proben sowie Luft-Proben im Innenraum sowie in der Außenluft gesammelt. Parallel dazu füllten die Probanden Fragebögen aus, damit individuelle Faktoren wie Raucher oder Nichtraucher kontrolliert werden konnten. „Während des Infoabends werden die Fachleute ihre Verfahrenweise vorstellen und auch für Fragen zur Verfügung stehen“, so Eberle.

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