Sanierung steht weiterhin aus

Unklarheiten im Boden

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Unter dem „ExxonMobil“-Betriebshof Bellen bei Söhlingen hat das Unternehmen eine Verunreinigung des Grundwassers festgestellt. Die Sanierung lässt noch auf sich warten.

Bellen - Von Matthias Röhrs. Ist ein größerer Bereich des Grundwassers unter der „ExxonMobil“-Betriebsstelle in Bellen mit Diesel belastet als bisher angenommen? Diese Frage stellt der Rotenburger BUND-Kreisverband in einer aktuellen offiziellen Anfrage an das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Hannover.

Sowohl Betreiber Exxon als auch das angeschriebene LBEG wollen dies nicht ausschließen. Der geplante Startzeitpunkt der Bodensanierung ist zudem gefährdet. Mitte Dezember hatte das Erdgasunternehmen bekannt gegeben, dass 2014 während des Rückbaus einer ehemaligen Tankstelle auf dem Gelände eine Verunreinigung des Bodens und des Grundwassers festgestellt worden war.

 Bei einer Untersuchung wurde eine Verunreinigung durch Dieselkraftstoff und Lagerstättenwasser ermittelt. In nördlicher Richtung hatte sich eine sogenannte Schadstoff-Fahne gebildet. Das heißt, dass sich die Treibstoffrückstände mit Grundwasser gemischt hatten. Die zuständigen Behörden wurden umgehend informiert.

„Bohrungen ergaben, dass der betroffene Bereich rund 35 Meter lang ist und am Zaun des Betriebsgeländes endet“, hieß es im Dezember vergangenen Jahres aus Firmenkreisen. Erste Gegenmaßnahmen hatte das Erdgasunternehmen 2015 in Angriff genommen. So wurden unter anderem 564 Kubikmeter Boden ausgekoffert. Dennoch ist der Boden nach wie vor belastet.

Laut BUND ist die Verunreinigung bereits auf ein benachbartes Grundstück übergegangen. Er beruft sich dabei auf die Aussage eines Nachbarn, der sich wiederum nach Auskunft des BUND-Kreisvorsitzenden Manfred Radtke auf Messungen des LBEG bezieht. Die Naturschützer wollen daher in ihrer Anfrage die bisher festgestellte genaue Lage der betroffenen Schadstoff-Fahne wissen und mit welchen Stoffen genau das Grundwasser belastet ist. Außerdem fragt der Kreisverband nach geschützten Biotopen in der Umgebung.

Das LBEG kann zu diesem Zeitpunkt keine genauen Antworten geben, teilt Sprecherin Heinke Traeger mit. Ihres Wissens nach führe das Landesamt selbst allerdings keine derartigen Untersuchungen durch, sondern lasse den Betreiber – in diesem Fall Exxon – entsprechende Fachgutachten in Auftrag geben. Diese Untersuchungen seien an der nordwestlichen Platzgrenze noch nicht abgeschlossen. „Der derzeitige Stand legt aber nahe, dass auch das angrenzende Grundstück betroffen sein könnte.“

Auch Exxon-Sprecher Klaus Torp schließt nicht aus, dass der verunreinigte Bereich größer ist als bisher angenommen. „Nach bisherigen Messungen beziehungsweise Erkenntnissen endet die Schadstoff-Fahne im Bereich der Einzäunung.“ Im Rahmen der Grundwassersanierung könnten Auswirkungen auf ein naheliegendes Wäldchen aber nicht ausgeschlossen werden. 

Deshalb umfasse das dem Landkreis Rotenburg eingereichte Sanierungskonzept bereits die Möglichkeit, die geplante Grundwasserreinigung auch über den bisher erkundeten Bereich des Betriebsplatzes hinaus auszudehnen. Exxon plant, auf seinem Grundstück mehrere Brunnen zu bohren und das Grundwasser mit Aktivkohlefiltern zu reinigen.

Die Ausführung lässt allerdings offenbar auf sich warten. Das Unternehmen hatte gehofft, eine Genehmigung bis Ende 2016 zu erhalten, um in der kommenden Woche mit den Arbeiten beginnen zu können. Spezialfirmen seien laut Exxon beauftragt und stünden in den Startlöchern. Die Genehmigung sei allerdings noch nicht erteilt worden, gibt Torp zu. Auch Landkreis-Sprecherin Christine Huchzermeier bestätigt das. „ExxonMobil“ müsse noch einige Dokumente nachreichen.

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