Umfrage zu Krebsfällen: 6970 Menschen in der SG Bothel bekommen Post

„Bitte machen Sie mit“

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Hoffen auf viele Rückläufer der Fragebogenaktion (v.l.): Dr Frank Stümpel, Michael Hoopmann, Dirk Eberle und Hermann Luttmann.

Bothel - Von Jens Wieters. Rund doppelt so viele Männer wie im Durchschnitt erwartet sind in der Samtgemeinde Bothel im Zeitraum von 2003 bis 2012 an Blut- oder Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Betroffene, Ärzte und die Behörden fragen sich, warum das so ist. Um einer möglichen Ursache auf den Grund zu gehen, schreibt der Landkreis ab heute exakt 6970 Einwohner ab 16 Jahren mit der Bitte an, einen kurzen Fragebogen auszufüllen.

„Nur so können wir vielleicht die Ursache finden und sie abstellen“, appellieren Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle und Landrat Hermann Luttmann eindringlich an die Bürger, den Fragebogen auszufüllen. „Bitte machen Sie mit!“

In der Befragung sollen die bislang nicht namentlich bekannten Bewohner identifiziert werden, bei den seit 1995 eine Leukämie oder ein Lyphom festgestellt wurde. „Wir erhoffen uns durch die Befragung Erkenntnisse über Fälle aus den Jahren 2013 und 2014 und von vor 1995, die über das Epidemiologische Krebsregister nicht erfasst werden“, so Dr. Frank Stümpel, Leiter des Gesundheitsamts des Landkreises. Für ihn sind die vermehrten Krebsfälle nämlich keine Ausreißer in der Statistik, „weil sie über zehn Jahre eine durchgängige Erhöhung aufweisen“. Die Mithilfe der Bürger sei jetzt das A und O, sonst könne man keine Ursachenforschung betreiben.

Bis zum 1. Dezember haben die Angeschriebenen Zeit, Angaben zur Erkrankung und auch Fragen zum Alter, zum Wohnort und zum Beruf einzutragen. Ein kostenloses Kuvert liegt dem Anschreiben bei.

Dr. Stümpel weist darauf hin, dass die Angaben der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen: „Die Auswertungen werden so zusammengefasst, dass ein Rückschluss auf die Person nicht möglich ist. Nach Abschluss der Untersuchungen werden alle Angaben gelöscht.

Für eine belastbare Auswertung wird eine möglichst vollständige Anzahl von Rückläufern benötigt. „Auch von den Menschen, die nicht erkrankt sind, um ein umfassendes Bild zu erhalten“, so Landrat Luttmann.

Eine private Umfrage im Bereich der Samtgemeinde hatte den Landkreis veranlasst, dass die Zahlen der Samtgemeinde im Krebsregister Niedersachsen erfasst wurde. Das soll jetzt auch fast allen Kommunen des Landkreises und in der Samtgemeinde Neuenkirchen (Heidekreis) geschehen. „Im Sommer 2015 werden wir wohl erst die Auswertung der Botheler Daten vorlegen können“, bittet Dr. Stümpel allerdings um Geduld.

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