Trockenperiode hilft Landwirten

Leichte Entspannung im Güllelager

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Die Güllebehälter waren in den vergangenen Monaten randvoll. Sogenannte Nährstofflagunen zu ebener Erde brauchten aber noch nicht angelegt werden.

Kirchwalsede - Von Henning Leeske. Die klaren Wintertage bei sonnigem Wetter hatten zuletzt viele Menschen in der Region animiert, einen Winterspaziergang zu unternehmen. Als etwas unangenehm wurde dabei von vielen die würzige Landluft empfunden, wenn in der Nähe ein Feld frisch mit Gülle gedüngt wurde. „Warum müssen die Bauern das gerade jetzt machen und dürfen die das überhaupt?“, warfen sich so manche Fragen bei den Spaziergängern auf.

„Ja, sie dürfen seit dem 1. Februar mit Einschränkungen“, erläutert Cord Cordes, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Vereins Kirchwalsede. Und die Landwirte müssen auch die Gülle ausbringen, weil die Lagerbehälter randvoll mit den Überresten der Tierhaltung sind. Dies hängt noch mit den Wetterkapriolen des vergangenen Jahres zusammen, denn durch den sehr nassen Sommer und den Herbst konnten die Landwirte die Felder nicht düngen, weil die Gülle nicht auf durchweichten Äckern aufgebracht werden darf. Der Boden hätte die Nährstoffe gar nicht aufnehmen können. Die Brühe wäre oberflächlich abgeflossen – inklusive negativer Begleiterscheinungen für die Gräben und Bäche.

„Normalerweise düngen wir im Herbst unsere Zwischenfrüchte wie Wintergerste oder Raps, aber diese Ladungen mussten wegen des Dauerregens in den Lagern bleiben“, erklärt Cord Cordes. Die Sperrfristen in Wasserschutzgebieten würden für einige Betriebe sogar schon im September beginnen. Im Dezember oder Januar stünden die Güllewagen dann sowieso in der Scheune, weil erst ab dem 1. Februar wieder der Dung auf die Äcker dürfe.

Zusätzliche Lagerkapazitäten angemietet

Deswegen hat Cordes bei seiner Biogasanlage in Kirchwalsede auch eine Lagerkapazität von zweimal 5 000 Kubikmeter für die Gärreste und 2 500 Kubikmeter im Nachgärer. Die Menge verringert sich zwar um 30 Prozent gegenüber der ursprünglichen Größe, aber die Behälter der Anlage waren seit September nicht mehr entleert worden. Jetzt entspannt sich die Situation Fuhre für Fuhre. „Ich musste zusätzliche Lagerkapazitäten anmieten, damit die Anlage weiter laufen konnte“, so Cordes.

Ab Mitte Januar gab es die Möglichkeit, eine Sondergenehmigung für das Düngen bei der Landwirtschaftskammer zu beantragen. Ein positiver Bescheid war allerdings an viele komplexe Bedingungen geknüpft. „Deswegen konnten nur sehr wenige Betriebe diese Möglichkeit nutzen, da erneut die schlechte Witterung den Landwirten einen dicken Strich durch die Rechnung machte“, sagt Kreislandwirt Jörn Ehlers.

Außerdem seien einige Flächen erst nach dem starken Frost in der vergangenen Woche und der niederschlagsfreien Zeit nur teilweise wieder mit den schweren Traktoren zu befahren.

Tagsüber taut der Boden und kann Nährstoffe aufnehmen

Aktuell können die Landwirte den organischen Dünger ausbringen, weil der Boden am Tage wieder angetaut ist und die Nährstoffe aufgenommen werden können. „Als Landwirte beachten wir genau die Wettervorhersage, ob für den Tag Plusgerade prognostiziert werden und der Boden entsprechend antaut“, hebt der Landvolkchef hervor. Außerdem dürften nur Flächen gedüngt werden, die bereits einen vorhandenem Grünbewuchs vorweisen könnten. „Unsere abgeernteten Maisfelder düngen wir erst wieder, wenn die neue Maissaat im Frühjahr gedrillt wurde“, so Cordes.

Falls das Wetter wieder mal nicht mitspielen sollte und ein mehrtägiger Dauerfrost mit deutlichen Minustemperaturen herrschen würde, müssten auch in der Region weitere Maßnahmen ergriffen werden, um die Gülle weiter lagern zu können.

„Als eine der Notmaßnahmen wäre dann die Einrichtung von Bodenlagunen für die Gülle nötig. Mir sind aber bisher nur Fälle aus Schleswig-Holstein bekannt, wo die Spezialfolien für weitere Lagerkapazitäten ausgelegt wurden“, berichtet Jörn Ehlers.

Der lädt in seiner Eigenschaft als Vizelandespräsident des Landvolkes übrigens alle interessierten Bürger ein, sich direkt beim Landvolk oder der Landwirtschaftskammer über detaillierte Vorschriften bezüglich des Düngens zu informieren.

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