Der Trochel ist Lieblingsort

„Auch heute noch fasziniert“

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Der Trocheler Forst ist der Lieblingsort des Botheler Samtgemeindebürgermeisters Dirk Eberle.

Bothel - Von Jens Wieters. Wir schreiben das Jahr 1977: Der zehnjährige Dirk Eberle stromert mit seinen Freunden durch den Trocheler Forst. Sie staunen über weiße Damhirsche, planschen in den Fluten der Wiedau und hüpfen mit ihren Hunden über umgestürzte Bäume. „Das ist zwar schon Jahrzehnte her, aber auch heute noch fasziniert mich dieser Wald und ist ganz klar mein Lieblingsort in der Region“, so der Botheler Samtgemeindebürgermeister.

„Ab und zu gab es damals mal Ärger mit dem zuständigen Förster“, erinnert sich der 48-Jährige schmunzelnd, weil die Jungs früher dahin gingen, wo sie es eigentlich nicht dürfen.

„Der Trocheler Forst gehört mit seinem vielfältigen Baumbestand, den im Waldgebiet liegenden Tümpeln und kleinen Seen und den glasklaren Gewässern eindeutig zu den schönsten Wäldern im Landkreis.“ Dieses Zeugnis des Nabu über eines der größten zusammenhängende Waldgebiete der Region würde Eberle sofort unterschreiben. „Ich habe so viele positive Erinnerungen an den Trochel, mit seinen uralten Eichen und der leise murmelnden Wiedau mittendrin, so dass diese Erlebnisse sicher den Ausschlag gegeben haben, Förster zu werden“, betont der Wensebrocker, der regelmäßig mit dem Fahrrad im Trochel unterwegs ist.

Heute betrachtet Eberle den rund 1000 Hektar großen Staatsforst berufsbedingt natürlich mit etwas anderen Augen als als Zehnjähriger. „Es wäre toll, wenn wir es wieder hinbekommen würden, dass der Bachlauf der Wiedau wieder so schön mäandern könnte, wie er sich früher sein Bett durch den Wald gesucht hat“, wünscht sich der Verwaltungschef der Samtgemeinde, der für solche Ideen mit dem Nabu Rotenburg einen engagierten Partner gefunden hat.

Denn die Naturschützer haben gemeinsam mit Bürgern der Samtgemeinde 2008 das Projekt „natürlich – natürlich“ ins Leben gerufen, in dem der Trochel eine entscheidende Rolle spielt. So ist dort ein lehrreicher Wanderpfad entstanden, der aus den Ortschaften Brockel, Bothel und Hemslingen erreicht werden kann. Von jeder Ortschaft aus führt ein Themenweg in den Trochel: Von Hemslingen ist es eine Apfelbaumallee mit alten Obstsorten, von Brockel führt ein Nistkastenlehrpfad in den Wald und von Bothel aus sind es blühende Wegeränder, die in der Natur selten geworden sind. Alle Wege sind mit informativen Beschilderungen versehen, die erläutern, wo und warum es sinnvoll ist, sich für die Natur einzusetzen und sie zu schützen.

Aber es wird auch auf die Geschichte des Waldes eingegangen, um den sich zahlreiche Sagen und Mythen ranken. „Unter anderem gehörte der Wald mal einer adeligen Familie, die ihn von der preußischen Regierung als Belohnung für besonders gute Arbeit geschenkt bekam“, berichtet Eberle.

Es gab demnach auch ein Gutshof mit riesigem Park, von dem allerdings nur noch Fragmente zu finden sind. „Nach und nach ist die Familie ausgestorben und die Flächen wurden von der preußischen Regierung um 1870 aufgeforstet. Der Wald diente damals als Windschutz für die trockene Heideregion wo große Wanderdünen ganze Dörfer unter sich begruben“, hat Eberle in Erfahrung gebracht.

Während der eigentliche Wald bei Joggern, Nordic-Walkern und auch Radfahrern äußerst beliebt ist, dürfte westlich der dichten Baumreihen aber besonders die Herzen der Inline-Fans höher schlagen.

„Man hat nämlich einen tollen Weg auf der ehemaligen Bahnlinie von Brockel über Bretel nach Wittorf gebaut. Dort gibt es einen so glatten Asphalt, der echt Spaß macht, mit Inlinern einige Kilometer abzureißen“, hat Eberle einen Geheimtipp für die Freunde des Trocheler Waldes parat, die die Natur genießen, aber auch flott unterwegs sein wollen.

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