„Reiseführer“ Rathjens

Brockeler Gemeinderäte an den Gasförderanlagen unterwegs

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Andreas Rathjens zeigte einigen Brockeler Gemeinderäten die Situation auf der Exxon-Betriebsstätte in Bellen – allerdings nur von außerhalb.

Hemslingen/Brockel - Von Henning Leeske. Genau am dem Tag, als die Genehmigung des Landesbergamts (LBEG) für die Reststoffbehandlungsanlage auf dem Betriebsgelände von „ExxonMobil“ in Bellen veröffentlicht wurde, waren einige Brockeler Gemeinderäte auf Rundtour zu den Bohrlöchern des Energiekonzerns.

„Als wenn wir es geahnt hätten, liegt heute die Genehmigung vor“, sagte der ortskundige „Reiseführer“ Andreas Rathjens am Treffpunkt in Hemslingen.

Erste Station war der Hühnerstall, an dem die Luftmessung des Landesbergamtes durchgeführt worden ist. Und die Kritik kam prompt: „Hier im Windschatten des Stalls konnte das Amt bestimmt nur die Keimbelastung durch die Hühnermast messen“, so Rathjens.

Danach ging es zur Bohrstelle Söhlingen Z1, wo Rathjens das Problem des Oberflächenwassers ansprach. „Das Regenwasser läuft offenbar über die Asphaltfläche in den Straßengraben“, sagte der Umweltaktivist. Mögliche Giftstoffe von dem Gelände könnten wohl ohne Hindernisse in den Wasserkreislauf gelangen, so Rathjens, der den erstaunten Kommunalpolitikern zwei Zuflussrohre zeigte.

Gefährdung der Mitarbeiter?

Außerdem schilderte er Beobachtungen, dass Arbeiter ohne besondere Schutzkleidung am Bohrloch den Sandabscheider entleert und den kontaminierten Sand in blaue Tonnen gegeben hätten. „Solch eine Gefährdung der Mitarbeiter kann ich nicht nachvollziehen“, so Rathjens

Die Betriebsstätte Bellen war die nächste Station der Rundreise. Dort wies Rathjens unter anderem auf die Verschmutzung der Gewässer rund um das Gelände hin. Bekanntlich war in dem Bereich der ehemaligen Tankstelle Dieselkraftstoff und Lagerstättenwasser ins Erdreich gelangt. Der Boden wird aktuelle umfangreich saniert.

Besonders interessant war für die Gemeinderäte die Stelle auf dem Gelände, wo die neue Reststoffbehandlungsanlage errichtet werden soll. „Hierher wollen die den ganzen Mist aus der Region herkarren“, äußerte Rathjens seine Befürchtungen. 

Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Gemeinderat Brockel, Lothar Sause, hatte hinsichtlich der Gefahrguttransporte Bedenken, die schlecht für die Gemeinde wären. Trotzdem setzt er auf den „Gesprächskreis zwischen Exxon und Bürgern, um Klarheit zu erlangen, was in der Reststoffbehandlungsanlage gemacht werden soll.“

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