Süße Köstlichkeiten

Marianne Kehres weiht Imker in die Geheimnisse der Honigverkostung ein

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Viele Honigsorten, viele verschiedene Konsistenzen.

Bothel - Von Tobias Woelki. Honig ist nicht gleich Honig. Wenn Experten in einer großen Runde zusammensitzen und die süßen Sachen probieren, dann schmecken sie jede Nuance aus den leckeren Produkten heraus. So wie jetzt im Botheler Gasthaus Meyer, in das der Verein Freizeitimker Wümme-Region die Referentin Marianne Kehres eingeladen hatte.

Und das ist nicht nur irgendeine Fachfrau, sondern Kehres ist in Imkerkreisen bundesweit bekannt, betreut selbst einige Bienenvölker, die für sie Honig produzieren und sie führt ihre Kollegen in die Geheimnisse der Honigdegustation ein. Und dabei geht es ganz ähnlich zu, wie bei einer allseits bekannten Weinprobe.

Und so eine Verköstigung beginnt schon mal mit der richtigen Raumtemperatur. „Der Geschmackssinn des Menschen funktioniert optimal bei einer Umgebungstemperatur zwischen 30 und 35 Grad“, so Kehres. Das müssen die Imker wissen, wenn sie selbst eine Verkostung anbieten wollen. Darum sollte solch eine Veranstaltung auch in kleinen Räumen stattfinden. Als Dekoration würden sich nach Kehres Ansicht mit Obst dekorierte Tische anbieten.

Marianne Kehres ist bundesweit gefragt.

Aber das Wesentliche seien natürlich die verschiedenen Honigsorten, die den Gästen adäquat präsentiert werden sollten. Dazu stellt Kehres auf jedem Tisch Honigproben auf, die in kleinen Gläsern abgefüllt sind. Jeder Teilnehmer bekommt Probierstäbchen, um damit ins Glas zu tauchen und Zunge und Gaumen zu erfreuen.

Und dabei gibt es natürlich gewaltige Unterschiede. So kann Honig nicht nur süß wie der besonders bei Kindern beliebte Akazienhonig, sondern auch leicht süß-säuerlich, süß-fruchtig wie Obstblütenhonig oder sogar süß-bitter wie der Edelkastanienhonig schmecken. „Der Genuss von Honig kann so auch zu einer kulinarisch, spannenden Entdeckung der eigenen Wohnumgebung werden“, sagt die Referentin.

Probieren geht über studieren.

Honig sei wie entkorkter Sekt: „Den lässt man ja auch nicht mehrere Tage stehen. Deshalb ist ein geöffnetes Honigglas zeitnah zu verzehren, weil mit der Zeit der Geschmack sich ändert in Richtung süß-malzig und auch irgendwann ganz verschwindet.“

Der Geschmack des Menschen werde durch das Sehen, „denn das Auge isst ja bekanntlich mit“, durch das Tasten und das Riechen beeinflusst. „Auch diese Sensorikeigenschaften gehören zu einem guten Geschmack dazu.“

Aber auch die Beschaffenheit des süßen Blütensafts sei für den Geschmack verantwortlich. „Eine körnige, kristalline Struktur beeinflusst schon ein Stück weit den Geschmack. Denn wenn der Honig beim Genießer etwas im Hals kratzt, lenkt er von seinem eigentlichen Geschmack ab.“

Die Referentin empfahl ihren Kollegen: „Das Rühren von Honig ist das A und O. Insgesamt verkauft sich feincremiger Honig nämlich viel besser als kristalliner, obwohl in beiden Gläsern dasselbe draufsteht.“

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