Bothels Samtgemeindemitarbeiter stellen Autos auf Feuerwehrfläche

Streit um die Parkplätze

Der Parkplatz zwischen Feuerwehrhaus und Rathaus (hinten) ist den Helfern vorbehalten und muss auch zu Zeiten ohne Einsätze freigehalten werden, damit die Helfer im Falle eines Falles schnell im Einsatzwagen sind.
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Der Parkplatz zwischen Feuerwehrhaus und Rathaus (hinten) ist den Helfern vorbehalten und muss auch zu Zeiten ohne Einsätze freigehalten werden, damit die Helfer im Falle eines Falles schnell im Einsatzwagen sind.

Bothel – Das Verhältnis zwischen der Gemeinde Bothel und der Samtgemeinde ist angespannt – mal wieder. Jetzt geht es um ein Parkproblem, konkret um die Stellfläche zwischen dem Rathaus und dem Botheler Feuerwehrhaus. Denn die ist eigentlich ausschließlich für die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr gedacht, damit die Helfer im Ernstfall ihre Autos nahe am Feuerwehrhaus abstellen können, um zügig die Einsatzfahrzeuge zu besetzen, damit sie schnell zum Einsatzgeschehen gelangen. Das Problem ist nur, dass der Parkplatz, auf dem zurzeit 27 Autos abgestellt werden können, ständig von Mitarbeitern der Samtgemeindeverwaltung blockiert wird.

„Vor Jahren standen dort zwei, drei Autos von Rathausmitarbeitern, die wir als Feuerwehr noch geduldet haben“, sagte Gemeindebrandmeister Thomas Brunkhorst während der vergangenen Sitzung des Botheler Gemeinderats. „Doch inzwischen stellen auf dem Parkplatz immer mehr Rathausbedienstete ihre Autos ab. Das führt dazu, dass bei Einsätzen einige der Aktiven der Feuerwehr keine freien Plätze mehr vorfinden, sondern auf dem Grünstreifen an der Straße parken müssen.“

Wenn es um Minuten gehe, sei das gefährlich und von der Feuerwehrunfallkasse nicht gestattet. Die Toleranzgrenze der Ortsfeuerwehr sei inzwischen erreicht. Brunkhorst: „Die Ortsfeuerwehr braucht den Parkplatz neben dem Feuerwehrhaus.“

Bei der Diskussion ist auch Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle in die Kritik geraten, der sein Auto ebenfalls dort abstellt. So hätten bei einem Einsatz vor rund einem Jahr herbeigeeilte Feuerwehrleute den Bürgermeister-Wagen eingeparkt, worauf der Verwaltungschef erbost ins Feuerwehrhaus gestapft sei und sich beschwert hätte, hieß es im Rat.

Dieses Verhalten missfällt Carmen Wachtmann, CDU-Gemeinderätin in Bothel. „Ich finde es eine Frechheit vom Verwaltungschef, dass er ins Feuerwehrhaus geht, weil ihn ausgerückte Einsatzkräfte zugeparkt haben und damit droht, die Wagen abschleppen zu lassen“, zürnte sie während der Gemeinderatssitzung.

Um die Situation zu entschärfen, hatte die Samtgemeinde die Gemeinde gebeten, ihr eine Fläche nahe des Schießstandes zu verkaufen, um einen Parkplatz für die Verwaltungsmitarbeiter zu bauen. Davon war der Gemeinderat Bothel aber nicht begeistert. Hermann Dodenhoff (CDU): „Die von der Samtgemeinde gewünschte Fläche würde ich ungern abgeben, weil dort alte Kastanien stehen.“ Das sah Bürgermeister Heinz Meyer hingegen anders: „Wenn uns die Samtgemeinde einen Parkplatz herrichtet, können wir den Bereich auch als Gemeinde nutzen. Warum sollten wir uns dieser Idee verschließen?“

Meyer bekam die Antwort bei der Abstimmung, denn bis auf ihn und seine Vorgängerin Erika Schmidt (SPD) votierte der Rat mehrheitlich bei zwei Enthaltungen gegen die Idee aus dem Rathaus.

Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle bestätigt, dass ein bisschen „Sand im Getriebe“ im Verhältnis zwischen Gemeinde und Samtgemeinde sei, und das er auch in dem von Wachtmann genannten Fall mit Feuerwehrleuten gesprochen habe, „aber weit weniger dramatisch, als es jetzt geschildert wurde“. Aktuell werde er versuchen, durch Gespräche mit der Feuerwehrführung die Kuh vom Eis zu bekommen.

Außerdem versteht der Verwaltungschef die strikte Verweigerungshaltung des Gemeinderats Bothel nicht, keine Fläche zur Verfügung zu stellen: „Es geht nur um etwa 500 Quadratmeter. Der aktuelle Parkplatz ist doch nur eine Schotterfläche ohne Markierungen, wo von Haus aus etwas wilder geparkt wird. Also müssen wir bei diesem Thema sowieso etwas machen.“ Für eine moderne Verwaltung sei es jedenfalls sehr wichtig, ihren Mitarbeitern auch geeignete Parkplätze zur Verfügung zu stellen. Und: „Es wachsen keine Kastanien auf dem von uns ausgeguckten Grundstück, sondern zwei Eichen“, so Eberle, der hinter der ganzen Geschichte eher eine Absicht vermutet.

„Auf jeden Fall werde ich jetzt mit der Botheler Feuerwehrführung das Gespräch suchen, und ich bin sicher, dass wir auch eine Lösung finden werden“, so Eberle. Er geht „dann auch davon aus, dass sich die Gemeinde Bothel nicht gegen die Wünsche ihrer Ortsfeuerwehr stellt, wenn sie sich schon gegen den Wunsch der Samtgemeinde stellt“.

Denn nicht nur die Feuerwehr habe wie jetzt öffentlich dargestellt ein Parkproblem, sondern auch die Samtgemeindeverwaltung mit den vermehrten Aufgaben und den damit verbundenen zusätzlichen Mitarbeitern und Besuchern. „Darum schwebt mir eine Erweiterung der vorhandenen Fläche vor, auf der dann 37 Autos Platz finden und die Bereiche für die Feuerwehr und die Verwaltung klar erkenntlich sind. Das müssen wir doch irgendwie hinkriegen mit ein wenig gutem Willen.“

Von Tobias Woelki und Jens Wieters

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