Familie Scheele setzt beim Melken auf modernste Lasertechnik

Im Stall regiert der Roboter

Elke Scheele mit Melkroboter und Milchtank.

Bothel - Von Tobias Woelki. Der Milchpreis fällt – und das bringt Landwirte ins Grübeln. Vielleicht komplett aufhören mit dem Milchvieh? Oder doch weitermachen und auf bessere Zeiten hoffen?

Die Botheler Familie Scheele entschied sich fürs Investieren, folgte ihrem Herzen und setzt nun auf modernste Technik im Kuhstall. Und zwar auf ganz besondere Melkroboter, die der Familie jede Menge Arbeit abnehmen. 

„Unser Junior Henning als ausgebildeter Landwirt will weitermachen. Daher haben wir uns bereits vor sechs Jahren entschieden, einen neuen Boxenlaufstall am Ortsrand zu bauen, in dem wir 120 Tiere halten“, berichtet Elke Scheele.

Das Gebäude hatte die Familie vor wenigen Wochen seiner Bestimmung mit einem Tag der offenen Tür übergeben. „Wir haben rund 1.000 Besucher gezählt“, freut sich Betriebsleiter Volker Scheele. „An unseren Standort in der Mitte Bothels können wir uns nicht erweitern. Und da mein Sohn die Landwirtschaft weitermachen will, haben wir uns für einen Neubau entschieden.“

Zwei Jahre lang wurde intensiv geplant. Im neuen Stall werden die Kühe gehalten, auf dem heimischen Hof in Bothel stehen die Bullen und die Kälber werden dort aufgezogen.

Volker Scheele berichtet: „60 Kühe von einem Kollegen in Westeresch und 40 Kühe aus Königsmoor haben wir zu unseren eigenen 24 Tieren dazugekauft.“ Aber eines ist anders in Scheeles Stall. Es existiert kein Melkstand. Den braucht die Familie auch nicht mehr. Das Melken überlassen sie zwei Melkrobotern.

Zu denen schlendern die Kühe eigenständig, weil sie als lernfähige Tiere wissen, dass es dort am Roboter leckeres Futter gibt. Die Kuh betritt die Melkbox mit dem Kraftfutter. Während das Tier genüsslich frisst, tastet der Roboter per Laser das Euter ab und legt die Saugkolben an. Nach dem Melken lösen sich die Pumpen und die Kuh verlässt die Melkbox.

„Kühe lernen schnell. Damit ein Tier nicht ständig und immer wieder zum Melkroboter geht, ist jedes mit einem Transponder ausgestattet. Der gewährt jeweils erst nach sechs Stunden Einlass. So kann eine Kuh also viermal am Tag gemolken werden“, informiert Henning Scheele.

Tierhygiene sei für die Milchbauern das A und O. Die Kühe können sich frei im neuen Boxenlaufstall bewegen. „Ein selbstständig fahrender Spaltenreiniger schiebt den Mist weg, damit die Kühe nicht lange in ihrem eigenen Dung stehen müssen“, sagt Volker Scheele.

Selbst das Fressverhalten der Kuh registriert der Roboter. Der Landwirt bekommt eine detaillierte Übersicht und jede Menge Informationen. Natürlich auch dann, wenn eine Kuh sich den ganzen Tag nicht beim Melkautomaten blicken lässt. „Dann müssen wir los und gucken, was im Stall passiert ist und was der Kuh fehlt. Und wir müssen meistens reagieren, denn so ganz kann uns der Roboter noch nicht ersetzen“, lachen die Scheeles.

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