Handwerkermesse „Passt“ in der Botheler Wiedau-Schule zeigt die breite Vielfalt

Ein Sprungbrett zur Ausbildung

Malemeister Paul Töws aus Brockel (r.) stieß mit den Tupftechniken auf großes Interesse bei den Oberschülern.

Bothel - Von Henning Leeske. „Passt“ nennt sich ein Projekt des Landkreises, das Schüler und Arbeitgeber zusammen bringen soll. Und bei der kleinen Berufsmesse mit dem Schwerpunkt Handwerk, die an der Botheler Wiedau-Schule nach der Vorjahrespremiere zum zweiten Mal stattfand, passte tatsächlich vieles. So konnten insbesondere die sechsten bis achten Jahrgänge erste Kontakte mit den hiesigen Unternehmen knüpfen und sich generell mit der Berufswelt sowie den einzelnen Berufen auseinandersetzen.

Denn in Zeiten von Facharbeitermangel könnten die Betriebe laut „Passt“-Berater Wolfgang Scheller gar nicht früh genug damit beginnen, für sich bei der Jugend zu werben. „Am besten, die Firmen notieren sich die Namen der Interessenten direkt am Stand, damit sie weiter in Kontakt bleiben und sich eventuell in einem späteren Praktikum besser kennenlernen“, so Scheller. Die Oberschüler, die während der Präsentation der Berufe nur einen kurzen Einblick bekämen, würden natürlich älter und hätten so schon einmal ein Handwerk kennengelernt, welches sie vielleicht mal ausprobieren wollen.

Baustellenbedingt mussten die Messeteilnehmer dieses Mal auf die Turnhalle der Wiedau-Schule ausweichen, wo sie eine breite Spannweite vom Tischler über Kältetechnik bis zur Werbeagentur boten. Dass es ja nicht so sofort eine Ausbildung sein müsse, erklärte Lehrer André Pohl, der seitens der WiedauSchule für den Handwerkertag zuständig war. „Die Idee ist, dass die Schüler das Handwerk überhaupt mal praktisch kennenlernen“, so Pohl. Deswegen war auch Rainer Knorr, Bäckermeister und Lehrlingswart der Innung, von Zeven nach Bothel gekommen, um für seinen Beruf die Werbetrommel zu rühren. „Wir haben schon ganz früh Feierabend – zwischen zehn und elf am Morgen“, scherzte er mit den Jugendlichen, als er an sie frisches Brot zum Probieren ausgab.

Beim Stand von Malermeister Paul Töws kam der praktische Teil sehr gut an, weil die Schüler hier anhand von Schablonen bunte Muster tupfen konnten. Töws hob außerdem die geforderte Kreativität in seinem Beruf hervor, aber auch die Genauigkeit, mit der gearbeitet werden müsse. „Der Maler ist als letztes auf der Baustelle. Da muss alles sitzen, das sieht sonst jeder“, sagte er.

Auch an den anderen Ständen konnten die Schüler ihre Fragebögen mit praktischen Aufgaben abarbeiten. Zum Beispiel sahen sie bei der Kältetechnik-Firma Worthmann aus Hemsbünde, wie man Kupferrohre zusammenlötet, während beim Tischler auch mal gehobelt werden durfte.

„Die Unternehmer müssen das Potenzial der Schulabgänger erkennen und entwickeln“, ist „Passt“-Vertreter Wolfgang Scheller überzeugt. „Den perfekten Kandidaten gibt es schon länger nicht mehr. Dazu können sie ihre zukünftigen Auszubildenden direkt auf der Messe abholen.“

Fotos auf

www.kreiszeitung.de

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