Söhlingen Z14: Protestler melden Gasaustritt / Normaler technischer Vorgang

Feuerwehreinsatz nach Demo

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Andreas Rathjens (l. mit Denis Schimmeyer) distanziert sich von dem „Notruf der Berufsdemonstranten“.

Brochdorf - Von Jens Wieters. Die kleine Demonstration gegen das Abfackeln vor der Gasförderanlage Söhlingen Z 14 der ExxonMobil (unsere Zeitung berichtete) hatte am Montagabend noch ein Nachspiel: Denn wegen eines vermeintlichen Gasaustritts waren gegen 20 Uhr mehr als 40 Feuerwehrleute im Einsatz. Vor Ort stellte sich allerdings heraus, dass ein Stickstofftank aus einem dafür vorgesehenen Ventil das völlig ungiftige Gas abließ.

„Der Leitstelle wurde gegen 20 Uhr gemeldet, dass an der Gasförderanlage Z14 weißer Rauch aus einem Container aufstieg“, heißt es in der Feuerwehrmeldung. Die Brandschützer aus Hemslingen und Söhlingen hätten sich sofort auf den Weg in die Feldmark gemacht, um schließlich vor Ort festzustellen, dass ein auf dem Betriebsgelände stehender Containertank über ein Ventil Stickstoff abgeblasen hatte.

„Da sich Stickstoff zu 78 Prozent in unserer Atemluft befindet und es sich bei dem Abblasen um einen normalen technischen Vorgang handelte, ging absolut keine Gefahr für Mensch und Leben aus“, schreibt die Feuerwehr.

Vor Ort waren während des Feuerwehreinsatzes, der rund eine Stunde dauerte, auch die Polizei aus Rotenburg und Vertreter des Energiekonzerns. Außerdem noch sechs Demonstranten.

Was den 44 Feuerwehrleuten sicherlich sauer aufstoßen wird, ist die Tatsache, dass die Rauchwolken aus dem Container bereits eine Stunde vorher während des angemeldeten Protests sowohl von den Demonstranten als auch von der Polizei aus dem Heidekreis festgestellt wurde. Alle Protagonisten kamen noch gegen 19 Uhr zu dem Schluss, dass es sich lediglich um ungiftigen Stickstoff handelt. Als sich kurz danach die Demo auflöste, blieben noch einige Aktivisten aus dem Umland vor Ort und haben offenbar einen Notruf wegen eines möglichen giftigen Gasunfalls abgesetzt.

„Das ist allerdings eine Riesensauerei, von der wir uns ausdrücklich distanzieren“, so Andreas Rathjens aus Groß Meckelsen, der gemeinsam mit Denis Schimmeyer aus Wittorf die Demo ins Leben gerufen hatte.

Beide seien laut Rathjens schon nicht mehr an der Bohrstelle gewesen, als „die Berufsdemonstranten noch diesen Budenzauber“ veranstaltet hätten. „Auf solch eine Ebene wollen wir unseren Protest natürlich nicht stellen. Solch eine Aktion wirft uns viele Knüppel zwischen die Beine, zumal wir gerade intensive Gespräche mit dem Landesbergamt und dem Wirtschaftsministerium führen“, schimpft Rathjens.

Heinz-Hermann Gerke aus Wittorf war noch vor Ort, als sich das Ventil öffnete. „Es trat eine etwa drei Meter breite Wolke aus und der Stickstoff zischte etwa eine Viertelstunde heraus. Das war schon ein wenig unheimlich.“

Darum könne er verstehen, dass einer der Demonstranten den Notruf gewählt habe. „Vielleicht hat der sich bei der Leitstelle nicht richtig ausgedrückt, oder die hat es falsch verstanden und gleich einen Großeinsatz daraus gemacht“, versucht Gerke ein wenig zu beschwichtigen.

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