„Diversität zeichnet uns aus“

Erntefest-All-Over: Headliner 5th Avenue im Interview

Die Hamburger Rocker von 5th Avenue waren beim ersten Wacken Open Air Headliner. Fast 30 Jahre später steht die Band auch beim Erntefest-All-Over ganz oben auf dem Plakat.

Söhlingen - Von Schneverdingen nach Wacken und zurück nach Söhlingen. Die Hamburger Rockband 5th Avenue hat seit den 90er-Jahren schon auf vielen großen Bühnen gestanden und verspricht für das Erntefest-All-Over (E:A:O) am Freitag, 31. August, eine energiegeladene Rockshow. Im Interview erzählt Gründer und Leadsänger Oliver „Knobel“ Peters von der Bandhistorie, Dorffesten und Großveranstaltungen und wie er und seine Rocker-Kollegen den Weg nach Söhlingen finden.

Herr Peters, Ihre Band ist Headliner des allerersten Wacken Open Air gewesen. Was haben Sie seit 1990 so getrieben?

Oliver Peters: Sehr viel. Wir waren eine Zeit lang in den USA, hatten einen großen Plattenvertrag und eine Hitsingle mit der Coverversion von Suzanne Vegas „Luka“. Es folgten Tourneen mit GUN, Katharina and the Waves, Doro und DAD. 1996 haben wir dann eine kreative Pause eingelegt, um 2012 mit dem alten Kram wieder zu kommen. Wir haben auf den die Harley-Days gespielt und auch erneut in Wacken. Danach waren wir mit den Hooters auf Tour. 2017 haben wir das Album „Last greetings from the Petting Zoo“ mit Eike Freese eingespielt. Zur Zeit sind wir auf Open-Air-Tour mit Status Quo.

Besetzungswechsel hin und her. Wie viel Urgesteine sind noch bei 5th Avenue?

Peters: Von Anfang an dabei sind noch Adrian am Bass und meine Wenigkeit. Aber jeder der einmal bei 5th Avenue gespielt hat, gehört zur Familie.

Große Festivalbühnen und dann auch kleine Dorffeste. Was ist Ihnen eigentlich lieber?

Peters: Gib uns einfach eine Bühne und eine Anlage. Es ist uns egal, ob wir vor 100 oder 10 000 Leuten spielen. Wichtig ist für uns der Spaß an der Sache. Und ich glaube, den merkt man uns auch an.

Mit welchen größeren Bands kann man Sie am ehesten vergleichen? Haben Sie Vorbilder?

Peters: Ich glaube, da sollte sich jeder eine eigene Meinung bilden. Wir sind nicht großartig vergleichbar, dazu ist unsere Musik zu vielfältig. Wer aber auf ordentlich Wumms mit einer guten Portion Melodie steht, sollte sich das ganze mal live und in Farbe ansehen. Ich glaube melodiöse, bierseelige Rockmusik mit Stoner- und Südstaaten-Einschlag und einer großen Portion Hamburg trifft es ganz gut. Vorbilder hat jeder in der Band andere, das ändert sich ja auch mit der Zeit. Ich mochte früher unheimlich gerne David Coverdale von Whitesnake hören oder Paul Rodgers. In den Anfangstagen waren das durchaus Vorbilder, die Gefahr ist aber immer, dass man anfängt, Leute zu kopieren. Davon habe ich mich sehr früh gelöst und immer versucht mein eigenes Ding zu machen. Ich glaube 5th Avenue hat immer die Diversität innerhalb der Band ausgezeichnet, dass jeder seine Vorlieben mit einfliessen lässt.

Welchen Ihrer Songs spielen Sie am liebsten und warum?

Peters: Ich glaube, da hat auch jeder von uns seine Vorlieben. Ich freue mich jedes Mal auf den Song „Ocean“, weil er für mich eine sehr tiefe, persönliche Bedeutung hat. Er hat außerdem eine ungewöhnliche Energie, man muss sich beim Einstieg in den Song sehr konzentrieren und plötzlich reißt er einen mit.

Haben Sie ein Navi? Oder wie wollen Sie Ihren Weg nach Söhlingen überhaupt finden?

Peters: Wir haben damals auch nach Wacken gefunden, da nutzte man noch Landkarten – quasi analoge Navigationssysteme. Außerdem, wer hat noch nicht von Söhlingen, das Venedig in der Heide gehört? Solange die Kühe nicht hübscher werden als die Frauen und das Bier schön kalt ist, finden wir sicher den Weg dorthin. Im übrigen haben wir unseren allerersten Auftritt in Schneverdingen gehabt, das ist ja nicht so weit weg.

Was erwartet das Publikum in Söhlingen? Eine hochprofessionelle Rockshow, oder gibt es auch Dreck und Schmutz und ein paar Verspieler? Und kann man Sie später an der Theke antreffen?

Peters: Also, wir waschen uns schon regelmäßig, daher eher wenig Schmutz und Dreck. Das mit den Verspielern kann ich nicht Versprechen, das mit der Theke allerdings schon. 

jo

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