„Schulen Sie Ihre Sinne“

Petra Feind-Zehr gibt Landfrauen Tipps zum Erhalt der geistigen Fitness

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Petra Feind-Zehr

Hemslingen  - Der Wunsch besteht seit Menschengedenken: Lange leben, aber nicht alt werden. Nun ist es biologisch nicht zu ändern, geistig ist es hingegen eine Einstellungssache, solange man gesund ist. Und wie bleibt man im Alter belastbar?

Mögliche Antworten dazu haben die Hemslinger Landfrauen jüngst von Petra Feind-Zehr gehört. Die Referentin aus Rotenburg sprach in einem feinfühligen Vortrag über das Älterwerden.

„Mit 40 Jahren sieht man das Alter an seinen Händen. Zwischen 40 und 50 Jahren spürt man einen Knacks, weil der Körper Signale des Älterwerdens aufzeigt“, so die Referentin. Doch was bedeutet Älterwerden? „Das Altern ist ein komplexer Vorgang und erstreckt sich über die ganze Lebenszeit auf allen Ebenen der Persönlichkeit und über die gesamte Lebensspanne“, sagte Feind-Zehr. 

Der Körper verändere sich. Zwischen 40 und 60 Jahren verliere der Körper 20 Prozent seiner körperlichen Leistungsfähigkeit. Die Regeneration des Körpers dauere länger, das effektive Lungenvolumen lasse nach „und man kommt nicht mehr so schnell die Berge hoch“, schmunzelte sie. Die Hitze- und Kältetoleranz sinke. „Und wir brauchen es nun wärmer. Unser System wird empfindlicher. Wir brauchen am besten eine gleichbleibende Temperatur“, formulierte sie.

Feine Farbunterschiede nicht erkennbar

Die Sehkraft schwäche sich ab, Farbnuancen und Grautöne könne der Mensch im Alter schwerer unterscheiden. Die feinen Farbunterschiede seien nicht mehr so gut zu erkennen. Feind-Zehr: „Zwischen 60 und 70 Jahren lässt auch die Konzentration und das Hören nach. Die Beweglichkeit der Gelenke nimmt ebenfalls ab. Etwas Neues lernen geht nun nur zwei Stunden am Tag oder an einem Tag in der Woche.“

Aber die Referentin fand auch ermutigende Worte für ihre Zuhörerinnen: „Schulen Sie Ihre Sinne. Denn wer sich im Alter auf einen Sinn verlässt, wie dem Hören oder dem Sehen, dessen Fähigkeit schwächt zuerst ab. Und dann beginnt die Depression.“ Im Alter müsse man nicht perfekt sein. Hier gehe es nun um eine veränderte Wahrnehmung und auch einer anderen Einstellung zum Leben. 

Nach dem Motto: „Ich gebe nur das, was meiner Tagesform entspricht“. Etwas anderes führe zu Stress, der den Blutdruck und den Puls in die Höhe treibt. Feind-Zehr empfahl: „Wenn sie morgens aufstehen, lächeln sie in den Spiegel. Konzentrieren sie sich auf das, was wirklich wichtig ist. Pflegen sie ein Beziehungsmanagement, denn der Mensch braucht Freundschaften. 

Tanken sie auf aus Kraftquellen. Das kann Bewegung zu Musik sein und reduzieren Sie Ihren Gedankenfluss durch Entspannung.“ Ihrer Ansicht nach ist der Mensch gesund, wenn sein Leben stimmig ist, wenn die Aufgaben machbar für ihn sind und er die Sinnhaftigkeit seiner Taten sieht. „Mit dem Alter verfügen wir über einen großen Erfahrungsschatz, da wir im Alter beide Gehirnhälften bei jeder Aufgabe miteinander verbinden und so zu einem ganzheitlichen Denken gelangen.“

woe

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