Botheler Samtgemeinderat leitet Planungsverfahren ein

Avides kann erweitern

Das Grundstück selbst ist eine Ausgleichsfläche. Das muss bei den Planungen berücksichtigt werden.
+
Das Grundstück selbst ist eine Ausgleichsfläche. Das muss bei den Planungen berücksichtigt werden.

Bothel – Die Samtgemeinde Bothel ändert den Flächennutzungsplan im Bereich des Gewerbegebiets Drögenkamp in Hemsbünde und ebnet damit den Weg für die Erweiterung der Firma Avides. Den Beschluss hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit gefasst. Nur die beiden Ratsfrauen Birgit Brennecke und Gabriele Hornhardt (WSB) votierten dagegen.

Der Planungsbereich betrifft eine Fläche neben dem Unternehmen, die als Ausgleichsmaßnahme dient. Dabei ist der Firma Avides als Antragsteller bewusst, dass sie daher das Grundstück im Rahmen des Naturschutzes mit Maßnahmen an einer anderen Stelle doppelt ausgleichen muss.

Nach kurzer Einleitung durch Bauamtsleiter Volker Behr und seinem Hinweis, „heute den Startschuss für die Planung zu geben“, eröffnete Ratsvorsitzender Jochen Hestermann (CDU) die Aussprache. „Der Fachausschuss hat sich mit dem Thema beschäftigt und begrüßt die Planung, weil es um Arbeitsplätze geht, und er ist zuversichtlich, dass die Firma Möglichkeiten zum Naturausgleich findet“, erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Lothar Sause. „Ein städtebaulicher Vertrag ist bereits unterschrieben. Die Ausgleichsmaßnahmen hat die Firma mit dem Landkreis abgestimmt“, wusste Manfred Struck (SPD), zugleich Hemsbündes Bürgermeister, zu berichten.

Birgit Brennecke wiederholte ihre Kritik, die sie schon im Fachausschuss zum Thema äußerte und beantragte den Punkt zu vertagen. „Wir haben überhaupt keine Kenntnis darüber, auf welcher Grundlage damals die Ausgleichsfläche geschaffen wurde. Die damaligen Einwände möchte ich gerne einsehen und prüfen. So kann ich keine Entscheidung treffen“, forderte sie. Allein mit dem Argument der Arbeitsplätze zu argumentieren und „die Fläche platt zu machen“, sei ihr zu dürftig. Die Gemeinde müsse zudem überwachen, was auf den Kompensationsflächen passiert.

„Alle Parteien sind für Nachhaltigkeit und reden davon, etwas für die Umwelt tun zu wollen. Warum kann man die freien Parkplätze dort nicht nutzen?“, sagte Brennecke. Der Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle entgegnete: „Es gibt mit dem Landkreis bereits abgestimmte Ausgleichsvorschläge vor Beginn des Verfahrens. Deine Aussagen sind kaum zu verstehen. Wir müssen die Fläche um das Mehrfache ausgleichen – das ist bekannt. Wenn die Firma Avides woanders hingeht, ist das Thema Arbeitsplätze eines, und der Flächenverbrauch an einem anderen Standort auch ein Thema. Die Firma ist ein wichtiger Steuerzahler für uns.“

Auch Gabriele Hornhardt (WSB) schaltete sich in die Diskussion mit ein und sprach sich für den Erhalt der Fläche aus. „Die Erweiterung von Avides ist in unserem Interesse“, bekräftigte sie zunächst und fragte: „Warum kann sich die Firma nicht in die Höhe erweitern?“

Auch zum Verfahren hatte sie Kritik anzubringen. „Eigentlich soll aus einem Flächennutzungsplan ein Bebauungsplan entwickelt werden. Doch es fällt auf, dass einige Planungen zeitgleich passieren. So ist das nicht vorgesehen. Denn Sorgfältigkeit geht vor Schnelligkeit. Der BUND bittet, beim Verfahren beteiligt zu werden. Auch ist die Samtgemeinde gehalten, Informationen ins Netz zu stellen. Es ist alles mit heißer Nadel gestrickt“, fand Hornhardt.

Das Planungsverfahren ist am Ende bei zwei Gegenstimmen eingeleitet worden.  

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Lehrer der Eichenschule verabschieden sich in den Ruhestand

Lehrer der Eichenschule verabschieden sich in den Ruhestand

Lehrer der Eichenschule verabschieden sich in den Ruhestand
Glüsing will nicht mehr Visselhövedes Bürgermeister werden

Glüsing will nicht mehr Visselhövedes Bürgermeister werden

Glüsing will nicht mehr Visselhövedes Bürgermeister werden
Kleines Format der „Summer Sensation“: Eskalation mit Vernunft

Kleines Format der „Summer Sensation“: Eskalation mit Vernunft

Kleines Format der „Summer Sensation“: Eskalation mit Vernunft
Gerald Lutz kandidiert für das Bürgermeisteramt in Visselhövede

Gerald Lutz kandidiert für das Bürgermeisteramt in Visselhövede

Gerald Lutz kandidiert für das Bürgermeisteramt in Visselhövede

Kommentare