Reststoffbehandlungsanlage in Bellen

Einwände noch bis zum 7.Oktober möglich

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Thomas Burmester (stehend) verzeichnete eine große Resonanz auf die Einladung zum Info-Abend. 

Bothel - Von Tobias Woelki. Noch bis zum 7. Oktober hat jeder betroffene Bürger die Möglichkeit, seinen Einwand gegen den Bau der Reststoffbehandlungsanlage auf dem Bellener Betriebsgelände des Gasförderkonzerns „ExxonMobil“ im Botheler Rathaus abzugeben oder einem Verwaltungsmitarbeiter in die Feder zu diktieren. Das betonten Vertreter der Interessengemeinschaft Wiedau bei der mit mehr als 70 Gästen gut besuchten Informationsveranstaltung. Auch in der Kreistagssitzung am Donnerstag kommt das Thema auf den Tisch.

„Nutzen Sie das. Wir wollen, dass sich jeder selbst Gedanken macht und seinen Einwand im Rathaus abgibt. Wenn wir mit unseren Eingaben das Landesbergamt als zuständige Genehmigungsbehörde der Anlage überschütten, haben wir bereits viel gewonnen. Denn jeder Einwand muss behandelt und beantwortet werden“, appellierte Thomas Burmester in der Versammlung.

Seit Wochen diskutiert die Öffentlichkeit das umstrittene Bauvorhaben, mit dem „ExxonMobil“ die bei der Gasförderung entstehenden Reststoffe aus dem Elbe-Weser-Raum bei Bellen in einer Anlage mit Pilotcharakter aufbereiten will. In die Kritik geriet das Unternehmen, weil es den Bau der Anlage plant, obwohl noch nicht geklärt ist, warum die Krebsrate bei Männern in der Region sprunghaft angestiegen ist.

„Wenn unsere Region als Abfallort des Elbe-Weser-Dreiecks gilt, fühlt sich hier keiner mehr wohl“, betonte Thomas Burmester. „Daher fordert die Interessengemeinschaft, erst das Krebsproblem zu lösen und das Baugenehmigungsverfahren der Anlage bis zur Klärung sofort zu stoppen. Wir fordern weiterhin eine unabhängige, wissenschaftliche Untersuchung, eine Umweltverträglichkeitsprüfung, eine Bestandsaufnahme des Status Quo durch ein unabhängiges Institut und ein Langzeit-Monitoring über mehrere Jahre.“ Burmester hofft auf die Hilfe der Bevölkerung: „Es hilft, wenn alle Betroffenen vielfältige Einwendungen abgeben.“

Grit Leymann von der IG Wiedau ist ebenfalls besorgt. „Es gibt kein Gesetz, dass die Anlage verhindern kann. Es ist eine Pilotanlage, die es in dieser Form noch nicht gibt. Das neue Gesetz zum Thema Fracking gilt nicht für die Anlage, weil der Antrag vorher gestellt wurde. Auch gibt es für die Anlage keinen Mindestabstand zu Wald oder zur nächsten Bebauung wie bei landwirtschaftlichen Einrichtungen“, mahnte Leymann.

Sie hat noch weitere Schwachpunkte ausgemacht: „Die Anlage ist auf unsicheren Grund geplant. In der Region gibt es Erdbeben und ich sorge mich, dass die Anlage für zehn Tonnen und mehr Gefahrstoffe pro Tag ausgelegt ist. Wir verlangen einen Bau der Anlage fernab von Siedlungen mit der notwendigen Logistik auf sicherem Grund.“ 

woe

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