Bilanz nach zwei Jahren

Wasser: Keine klaren Anzeichen für Verunreinigungen in Bothel

Die Beprobung wie hier an der Vissel wird monatlich durchgeführt.
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Die Beprobung wie hier an der Vissel wird monatlich durchgeführt.

Bothel – Seit zwei Jahren wird die Nitratbelastung der Gewässer in der Samtgemeinde Bothel einmal im Monat überprüft. Im Rahmen der jüngsten Ratssitzung wurde nun einmal ein umfassender Überblick über die Ergebnisse der zahlreichen Beprobungen gegeben. Abwassermeister Andreas Denell gab zunächst einen Überblick mit Blick auf die Kläranlage. Demnach verzeichnet die Gemeinde im Bereich des Fäkalschlamms keinen großen Anstieg, allerdings ergab der Vergleich der Belastung pro Einwohner einen Anstieg.

„Wir wissen im Moment noch nicht genau, woher dieser Anstieg kommt“, gab Denell zu.

Er schloss eher aus, dass die veränderten Zahlen etwas mit den zunehmenden Pools in den Gärten zu tun haben könnte. Diese Idee kam aus den Reihen der Ratsmitglieder, doch der Betriebsleiter der Kläranlage gab zu bedenken, „die Pools würden das Wasser eher verdünnen“. Möglicherweise käme der Anstieg eher durch die vielen Arbeitnehmer, die seit Ausbruch der Corona-Krise im Homeoffice arbeiten – final versprach Denell mit weiteren Messungen diesem Phänomen nachzugehen.

Die höhere Belastung sei aber kein Problem für die Reinigungsanlage, „die Leistung ist ordentlich“, betonte der Experte. Verschiedene Werte werden im Rahmen der regelmäßigen Proben abgefragt, Nitrate, Phosphor und vieles mehr. Denell berichtete auch dass in den letzten Jahren schon einige Sanierungen an der Anlage stattgefunden hätten und weitere kommen würden: „Das System wird nicht jünger“, stellte er fest. Das sogenannte Beet 3 sei nach elf Jahren voll, es werde geräumt. Die Klärschlammentsorgung an sich werde immer schwieriger – über dieses Thema wird während der Ratssitzungen ohnehin immer mal wieder diskutiert.

Der Betriebsleiter gab in seinem Vortrag auch einen Einblick, wie die Kläranlage die Arbeit während der Corona-Krise aufgeteilt hatte – auch, um die Funktionalität der Anlage sicher zu stellen. Weiterhin berichtete er, dass im Belebungsbecken in diesem Jahr die Membranen zu wechseln seien, das Becken sei sehr versandet. Im kommenden Jahr soll das Becken komplett geleert werden, dann werde man es händisch reinigen. Er gab zudem einen Ausblick in Sachen Vererdungsanlage, diese soll um ein viertes Beet erweitert werden. „Wir haben schon mit dem Grundstückseigentümer gesprochen, er würde verkaufen. Auch die Anwohner würden der Sache zustimmen“, gab Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle an dieser Stelle bekannt. Die Rahmenbedingungen zu der Erweiterung seien also gegeben, die Kosten seien aber noch nicht geklärt.

In einem zweiten Vortag vermittelte Denell den Ratsmitgliedern einen Überblick zu den Wasserbeprobungen. Diese finden monatlich an bestimmten, festgelegten Stellen statt. Dabei werden unter anderem Stickstoffverbindungen untersucht. Auch der PH-Wert und die Temperatur des Wassers werden gemessen. „Den PH-Wert messen wir vor Ort, da er sich nicht konservieren lässt“, so Denell. Außerdem wird die Temperatur und der Pegelstand des Wassers festgehalten. Denn so können die Experten auch die Wetterverhältnisse und mögliche biologische Abbautätigkeiten des Wassers überprüfen. Andere Werte werden dann zusätzlich noch im Labor ermittelt. Denell stellte die jeweiligen Probenahmepunkte vor und erklärte die Ergebnisse der letzten Jahre.

So gab es beispielsweise zwischen dem Felderlehmühlenbach und dem Ulzenbuschgraben eine hohe Nitratbelastung. „Der PH-Wert ist niedrig, es handelt sich um mooriges Wasser und die Werte sind kaum zu verwerten“, ordnete der Fachmann diese Ergebnisse ein. Es handele sich um eine natürliche Belastung. An anderen Stellen waren die Werte gut und zufriedenstellend, mit den entsprechend tabellarischen und auch grafischen Darstellungen konnte Denell diese Ergebnisse visualisieren. Zusammenfassend stellte er fest, dass die Nitratwerte typisch für die Region seien, es gebe aber deutliche vom Menschen verursachte Effekte. Allerdings gebe es kein klares Anzeichen für eine erhebliche Verunreinigung mit Gülle, betonte er abschließend.

Genau diese Überlegung hatte ursprünglich dazu geführt, die Beprobungen anzugehen. Werner Meyer (SPD) regte noch an, dass man überlegen könnte, Gülle später im Jahr auszufahren, wenn ersichtlich sei, dass im Winter die Werte erhöht wären. Lothar Sause (CDU) wies daraufhin, dass man sich in Sachen Wasserbelastung die Dinge nicht schlechter reden lassen müsste, als sie es sind.

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