Bewerbungsname für den Radschnellweg Brockel-Rotenburg auf der alten Bahntrasse

Projekt heißt „Fidi-Boon-Wech“

Die Preisträger Marion Kruppach-Frey (r.) und Jessica Gottschalk mit (v.l.) Dirk Eberle, Stephan Lohmann, Andreas Weber und Rolf Lüdemann. 
Foto: Wieters
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Die Preisträger Marion Kruppach-Frey (r.) und Jessica Gottschalk mit (v.l.) Dirk Eberle, Stephan Lohmann, Andreas Weber und Rolf Lüdemann. Foto: Wieters
  • Jens Wieters
    vonJens Wieters
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Hemsbünde – Friedrich, von allen nur kurz „Fidi“ genannt, war ein Lok-Führer, der am Anfang des 20. Jahrhunderts die Bummelzüge auf der Strecke von Rotenburg nach Brockel gesteuert hat – Fahrgäste ebenso beförderte wie Güter. Lange nach seinem Tod bekommt „Fidi“ jetzt seine Ehrung. Denn auf den Resten der Bahnstrecke, die 1964 aufgegeben wurde, soll ein Radschnellweg gebaut werden, der die westlichen Dörfer der Samtgemeinde Bothel mit der Kreisstadt verbindet. Für die etwa 7,5 Kilometer lange Strecke gibt es bis zu 75 Fördermittel aus einem Topf des Bundes. Aber für die Bewerbung braucht es einen knackigen Namen – und der wurde jetzt im Rahmen eines Wettbewerbs gefunden: „Fidi-Boon-Wech“.

So heißt ab sofort das Projekt, das zum einen an den ehemaligen Lokführer erinnern soll, dessen Spitzname gleich für den ganzen Zug galt, aber auch die in der Region noch oft vertretende Mundart Plattdeutsch beinhaltet. So wurde aus der Bahn eben „Boon“ und aus Weg „Wech“.

„60 Interessierte haben in den vergangenen Wochen 143 Namen eingereicht. Und die Jury, zu der auch die Bürgermeister aus Hemsbünde, Brockel und Rotenburg gehörten, haben sich für den „Fidi-Boon-Wech‘ entschieden“, berichtet Bothels Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle, der das Projekt federführend betreut.

Bei den Einsendungen gab es kleines Kuriosum, denn sowohl Marion Kroppach-Frey als auch Jessica Gottschalk, beide begeisterte Fahrradfahrerinnen, hatten bei den „Fidi“ vorgeschlagen. Dafür gab es für beide nicht nur einen Blumenstrauß, sondern auch eine große, gelbe Fahrradklingel.

Den Namen wird Eberle jetzt nach Berlin schicken, wo die Experten des Programms Jülich sitzen, die die Bewerbungen sichten. Dort wird bis zum Jahresende entschieden, welche Region zum Zuge kommt. Dabei geht es um Radwege für sicheres und klimafreundliches Vorankommen, um Stellplätze mit Ladestationen für Pedelecs und Lastenräder und um Lösungen für lokale Radverkehrsdienstleistungen – kurz: Mehr Raum für klimafreundliche Zweirad-Mobilität.

Rund 2,3 Millionen Euro würde das Projekt kosten. Abzüglich der Förderung bleiben für die Stadt Rotenburg mit dem flächenmäßig größten Anteil an der Strecke noch rund 433 000 Euro zu zahlen, „die aber auf einige Jahre verteilt werden“, wie Bürgermeister Andreas Weber (SPD) bei der Preisübergabe mitteilt. Er weiß, dass das Projekt nicht ganz unumstritten ist, sieht aber überwiegend Vorteile, zumal die gesamte Strecke jeweils in Gemeindehand ist und somit keine Kaufverhandlungen geführt werden müssen. Er hofft auf grünes Licht der politischen Gremien, wenn es mit der Bewerbung klappen sollte. „Wer bereits 50 000 Euro für Planungskosten für eine Verbesserung des Radwegenetzes in den Haushalt eingestellt hat, sollte es auch ernst meinen“, so Weber in Richtung Kritiker.

In der Samtgemeinde Bothel sei die Akzeptanz in der Bevölkerung ohne Frage da, informiert Dirk Eberle. Denn zurzeit laufe das Dorfentwicklungsprogramm Wiedau-Walsede. „Im Rahmen einer Umfrage zu den Prioritäten ihrer Dorfentwicklung haben nicht nur Brockeler und Hemsbünder Einwohner den Radweg mit höchster Dringlichkeit bewertet, sondern auch Menschen aus Bothel“, so Eberle, der auf eine Fertigstellung 2023 hofft.“  jw

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