Stellungnahme zu Vorwürfen eines Reporters

Pressesprecher der Botheler Wehr verteidigt Freiwillige

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Die Botheler Wehr übt regelmäßig Einsatzszenarios. 

Bothel - „Es ist ein paar Tage her, als ein Reporter live bei einem Nachrichtensender über das Busunglück in Bayern auf der Autobahn A9 berichtete und dabei des Öfteren erwähnte, dass ,nur‘ freiwillige Feuerwehren vor Ort seien und keine Profis“, ärgert sich Dennis Preißler, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr der Samtgemeinde Bothel in einem Schreiben an die Zeitung.

Preißlers Angaben zufolge sei der Reporter der Meinung gewesen, dass nur Berufsfeuerwehren (BF) eine professionelle Ausbildung bekommen. „Dementsprechend wurde im Internet gewettert und geflucht, denn die Freiwilligen Feuerwehren fühlten sich zu recht abgestraft, da sie bei dem Busunglück alles Mögliche taten, um zu helfen“, so der Pressesprecher weiter. Am nächsten Tag habe sich der Reporter für sein Unwissen im Fernsehen entschuldigt, die Art der Ausbildung sei ihm nicht bekannt gewesen.

„Nicht nur bei uns in Niedersachsen werden Freiwillige Feuerwehrleute genauso ausgebildet, als wenn sie bei der Berufsfeuerwehr ihren Dienst leisten würden“, verteidigt Preißler die ehrenamtlichen Helfer. Viele von ihnen nutzen laut dem Pressewart häufig ihren Urlaub, um sich auf den niedersächsischen Akademien für Brand und Katastrophenschutz weiterzubilden. „Sicherlich über Jahre hinweg und nicht so kompakt wie bei der BF, aber genauso intensiv“, ergänzt der Pressesprecher der Botheler Wehr.

Das Ziel sei bei allen Feuerwehren das gleiche: den Schaden durch professionelle Arbeit so gering wie möglich zu halten. Aus diesem Grund müssen die Helfer gefährliche Szenarien immer wieder trainieren. So wie neulich in Bothel an der Hasseler Straße. Die Ortsfeuerwehr hat vor fast einem Jahr eine technische Gruppe ins Leben gerufen. Dieses Team arbeitet alle vier Wochen Einsatzübungen jeglicher Art ab. „Um Schnelligkeit geht es hier nicht, sondern darum, möglichst perfekt und schlagkräftig zu handeln“, sagt Preißler. Es werden Standards eingeführt, um im Ernstfall effektiver zu arbeiten. Obwohl die Ortsfeuerwehr Bothel personell recht stark aufgestellt sei, werde davon ausgegangen, dass in Zukunft weniger Einsatzkräfte zur Verfügung stehen. Aufgrund des demografischen Wandels arbeiten die meisten Freiwilligen Feuerwehrleute außerorts. Preißler: „Von daher ist es wichtig, dass jeder Handschlag sitzt und jedem die Strukturen bekannt sind, um effektiv Hilfe zu leisten.“ Das Zusammenspiel mit anderen Ortsfeuerwehren sei dabei ein wichtiger Punkt und werde ebenfalls des Öfteren im Kollektiv geübt.

Wie Bothels Ortsbrandmeister Oliver Große berichtet, ist seine Mannschaft sehr aktiv. Zum einen gibt es monatlich einen Gruppendienst, den jede der sechs Gruppen selbst organisiert. Die Kameraden mit einem Atemschutzlehrgang treffen sich zusätzlich einmal im Monat, um speziell das Vorgehen mit den Geräten zu üben. Die technische Gruppe trainiere zudem alle vier Wochen bestimmte Einsatzszenarien. „Teilweise üben meine Kameraden dreimal im Monat“, berichtet Große, der in seiner Freiwilligen Ortsfeuerwehr aktuell 89 aktive Einsatzkräfte zählt. Bei der letzten Übung ging es um die Brandbekämpfung in einem Haus. Dafür wurde die Wasserversorgung aus einem offenen Gewässer über eine längere Wegstrecke zur Einsatzstelle verlegt. 

jo

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