In Hemslingen darf jeder anhalten und Äpfel pflücken / Karte gibt Hinweise

Obst für lau am Wegesrand

Am Ziegeleiweg in Hemslingen können die Äpfel kostenlos gepflückt werden. - Foto: Woelki

Hemslingen - Von Tobias Woelki. Kostenfrei Obst in der Gegend pflücken, ohne schlechtes Gewissen zu haben und ohne den Nachbarn zu ärgern? Das ist auch im Landkreis Rotenburg möglich. Unter anderem in Hemslingen.

„Vor einigen Jahren haben wir viele Äpfelbäume auf gemeindeeigenen Flächen angepflanzt. Wir wollten die Wegesränder in unseren Dörfern hübsch und naturnah gestalten und außerdem der Öffentlichkeit kostenlos Obst zur Verfügung zu stellen. Und das wurde in diesem Jahr sehr gut angenommen“, berichtet Bürgermeister Henry Gerken (SPD).

Die Äpfelbäume stehen über all in Hemslingen. So am Nelsonweg und an der Ziegeleistraße. „Das Obst ist frei zugänglich. Ich habe schon Leute gesehen, die kamen aus der Nachbarkommune rüber und haben sich bei uns Äpfel gepflückt. Aber auch das ist okay“, findet der stellvertretende Bürgermeister Hans-Hinnerk Meyer., der betont: „Am Nelsonweg hat die Gemeinde alte Apfelsorten anpflanzen lassen und mit einer Tafel versehen, auf der sich die Feinschmecker über die jeweilige Apfelsorte informieren können.“

Den Standort an der Ziegeleistraße findet man darum auch auf der Online-Plattform Mundraub.org im Internet. Dort können Nutzer eintragen, wo sie im öffentlichen Raum Obstbäume und -sträucher stehen sehen. Wer auf die Seite klickt, erkennt sofort, dass hunderte von Stellen im Bundesgebiet existieren, wo frei zugängliches Obst wächst und gepflückt werden darf.

Für den Landkreis Rotenburg sind bereits einige Standorte eingetragen. Dazu gehören die Orte Ottingen, Hemslingen, Bartelsdorf, Scheeßel, Vahlde, Zeven, Gnarrenburg und Bremervörde. Mit der Zeit wächst die Zahl. Viele Standorte sind durch die Nutzer mit dem Hinweis auf eine Obstsorte exakt beschrieben.

Mit der Karte möchten die Betreiber der Online-Plattform Menschen motivieren, freie Ressourcen vor ihrer eigenen Haustür wahrzunehmen. Und ein schöner Nebeneffekt: Die Früchte an den Bäumen, die niemandem gehören, verrotten nicht, sondern werden verarbeitet. Gepflegt wird die Karte von den Nutzern. Wer also einen Apfelbaum vor der Haustür stehen hat, der niemanden gehört, kann ihn auf der Karte eintragen.

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