Janika Waller aus Riekenbostel ist Niedersachsens beste Melkerin

„Nur bei den Kühen bin ich so richtig glücklich“

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Janika Waller kuschelt mit ihrer Lieblingskuh.

Riekenbostel - Von Henning Leeske. Gäbe es Olympische Spiele für die Milchwirtschaft, stünde der Ort Riekenbostel mit zwei Mal Gold in nur wenigen Monaten ganz vorne im Medaillenspiegel. Denn Janika Waller vom Milchviehbetrieb Oliver Diercks hat den Landesmelkwettbewerb der Landwirtschaftskammer gewonnen, nachdem der Betrieb Neumann bereits die Goldene Olga für die beste Milchviehhaltung in Niedersachsen erhalten hatte.

Janika Waller hat sich beim Wettkampf im Raum Lüneburg erfolgreich gegen eine starke Konkurrenz durchgesetzt. Zuvor hatte sie bereits den regionalen Wettbewerb für sich entschieden und lag auch im Bezirk vorne. Alleine auf der ersten Ebene der Berufsschulen gab es 120 Teilnehmer. Im theoretischen Teil des mehrtägigen Wettstreits geht es um Agrarwissen und Melktechniken sowie um die Euter der Kühe. Auch die Milchgüteverordnung wird geprüft. Bei der Praxis wird das Melken an sich von zwei Gutachtern bewertet. „Hygiene spielt dabei eine große Rolle. Erst muss man vormelken, dann reinigen und das Euter kontrollieren, ob die Kuh gesund ist und alles in Ordnung ist mit der Milch“, sagt Waller.

Dabei werde jede Zitze einzeln überprüft, und, wenn nötig, auch jedes Viertel des Euters im Milchzellentest beprobt. „Beim Melken hat man eine große Verantwortung“, bewertet Waller ihre Tätigkeit. „Heute ist bei den Melkern mehr Wissen gefragt als die reine körperliche Arbeit“, ergänzt ihr Chef Oliver Diercks.

Auch die kleinen Kälber muss Janika Waller (l., mit ihren Chefs Oliver und Marie-Luise Diercks) versorgen.

Dabei hat Janika Waller schon viel betriebswirtschaftliches Wissen über die Landwirtschaft erlangt, da sie schon eine Ausbildung als Steuerfachangestellte beim Landvolk abgeschlossen hatte. „So richtig glücklich bin aber ich einfach bei den Kühen“, berichtet die Brobergerin (Landkreis Stade). Das sei auch der Hauptgrund warum sie noch eine praktische Ausbildung im Betrieb auf dem Gerkenhof in Riekenbostel nachlegt. Ihr Job besteht eben nicht nur aus dem Melken, denn sie muss auch die Kälber versorgen und kontrollieren, dass die Kalbungen normal verlaufen. „Sie kann sehr gut mit den Tieren umgehen“, bestätigt Diercks.

Nach der Ausbildung will sie dann Landwirtschaft studieren und hat das Ziel, als Herdenmanagerin gleich eine Vielzahl ihrer geliebten Paarhufer zu betreuen. Vorher geht es aber Ende April wieder nach Echem zum Landwirtschaftlichen Bildungszentrum für den Bundesentscheid, wenn es um die Deutsche Meisterschaft der Melker geht.

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