Exxon-Arbeiten beunruhigen Kritiker / Konzern klärt auf

Neue Wanne für die Tanks

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Bagger sind zurzeit auf dem gesicherten Exxon-Gelände in Bellen dabei, Boden auszukoffern.

„Warum wird auf dem Betriebsplatz in Bellen gebaggert und der ausgekofferte Sand anschließend mit großen Planen verdeckt?“ Diese Fragen haben sich in den vergangenen Tagen die Kritiker der Erdgasförderung in der Region gestellt, als sie am Zaun der Exxon-Anlage vorbeigefahren sind. „Wird dort irgendetwas gebaut, was die Öffentlichkeit nicht wissen soll?“, so Andreas Rathjens, der den Gas-Konzernen seit Jahren auf die Finger schaut, und auch in diesem Fall Fotos von den Arbeiten auf dem von einem großen Zaun gesicherten Gelände gemacht hat.

Bellen - Exxon-Sprecher Klaus Torp bringt aber Licht ins Dunkle: „Bei den Arbeiten handelt es sich um die Anpassung der Oberflächenentwässerung sowie die Errichtung einer Auffangwanne aus Beton für das Tanklager.“ Hintergrund der Maßnahmen sei das Ziel, die bestehenden wasserrechtlichen Erlaubnisse für den Betriebsplatz in einer einheitlichen neuen wasserrechtlichen Erlaubnis zusammenzufassen.

„In diesem Zusammenhang hat ,ExxonMobil‘ auch vorgeschlagen, das Regenwasser von den Straßen und Verkehrsflächen nicht mehr in unterirdischen Rigolen versickern zu lassen, sondern stattdessen in zwei offene, oberirdische Versickerungsmulden zu leiten“, so Torp.

Um aber das Regenwasser der gesamten versiegelten Fläche des Betriebsgeländes sicher zu erfassen, müssten einzelne Oberflächen gesenkt, andere wiederum angehoben werden. Des Weiteren würden einige alte Leitungen außer Betrieb genommen und andere neu verlegt.

„In diesem Zusammenhang wird auch das Tanklager auf dem Betriebsplatz an die operativen Belange angepasst. So werden etliche Tanks nicht mehr benötigt und das gesamte Tanklager in eine flüssigkeitsdichte Wanne aus Spezialbeton gestellt“, erläutert der Sprecher.

Der Aushub wird in abgedeckten Containern gelagert.

Dazu sei bereits das Erdreich unter den Tanks aufgenommen worden. Das werde jetzt beprobt und nach Vorlage der Ergebnisse entsprechend weiter genutzt oder fachgerecht entsorgt. „Anschließend wird die Wanne aus Stützwänden und Spezialbeton in mehreren Schritten errichtet“, so Torp. Der informiert auch darüber, dass „alle baulichen Maßnahmen mit den zuständigen Aufsichtsbehörden des Landkreises und des Bergamts abgestimmt“ worden seien, nach dem „ExxonMobil“ die Arbeiten beantragt und das Landesbergamt sie genehmigt habe. „Die Arbeiten verlaufen planmäßig und sollen bis zum Jahresende weitestgehend beendet sein“, so Torp.

„Wenn es doch eine gute Sache ist, die dort gebaut wird, dann stellt sich mir die Frage, warum Exxon das dann nicht öffentlich bekannt gibt“, so die Hemslinger Ratsfrau Birgit Brennecke (Grüne), die die Gasförderung ebenfalls seit Jahren kritisch hinterfragt. Die Menschen in der Region reagierten mittlerweile sehr sensibel, wenn an den Förderstätten Erdreich großflächig ausgebaggert werde. „Da würde es den Konzernen gut zu Gesicht stehen, transparenter zu agieren“, sagt Brennecke.

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