Kirchwalseder Kameradschaft beschließt das Aus

Nach mehr als 140 Jahren: Kyffhäuser lösen sich auf

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Zeugen der auf den Weg gebrachten Auflösung der Kirchwalseder Kyffhäuser-Kameradschaft (v.l.): Karoline Kinzer, Ernst Schlicht, Vorsitzende Wenke Bömeke, Kreisvorsitzender Hermann Bruns und Friedhelm Kunike.

Kirchwalsede - Von Tobias Woelki. Der Kyffhäuserkreisverband Rotenburg muss einen herben Dämpfer verkraften. Denn während der Jahreshauptversammlung hat die Kirchwalseder Kyffhäuserkameradschaft ihre Auflösung beschlossen. Zu wenig Mitglieder, die kaum noch aktiv sind, und kein Nachwuchs in Sicht. Auf diese einfache Formel lässt sich das Aus der Organisation mit viel Tradition in Kirchwalsede reduzieren – schließlich gibt es die Kameradschaft bereits seit 140 Jahren im Dorf.

Schon die Ankündigung der Versammlung ließ nichts Gutes ahnen: Denn bei einem Tagesordnungspunkt wurde die Zukunft der Kameradschaft infrage gestellt. Und die Pessimisten sollten schließlich recht behalten. Während des Jahrestreffens hat die Kyffhäuserkameradschaft Kirchwalsede am Sonntagnachmittag mehrheitlich das Ende beschlossen. Im kommenden Jahr wird die Kameradschaft letztmalig eine Zusammenkunft veranstalten, danach gibt es sie nicht mehr.

Damit ist nach knapp eineinhalb Jahrhunderten Schluss. „1878 ist die Kyffhäuserkameradschaft gegründet worden. Zwischenzeitlich ruhte der Betrieb allerdings einige Jahre “, sagte Gabriele Hornhardt, die am Sonntag das Protokoll schrieb. „Unsere Kameradschaft zählt 26 Mitglieder. Es kommt leider niemand mehr dazu. Im Gegenteil: Wir verlieren Mitglieder, weil sie versterben.“

Und weil die Kirchwalseder Kameradschaft schon seit Jahren deutlich überaltert sei, gebe es nur noch sehr wenige Aktivitäten. „Nun haben wir einen Punkt erreicht, wo wir entschieden haben, sie aufzulösen, obwohl wir finanziell gut dastehen“, so Hornhardt, die Tochter des langjährigen Vorsitzenden und Kreisehrenvorsitzenden Fritz-Alexander Hornhardt, der die Belange der Kyffhäuser auch auf Landesebene maßgeblich geprägt hatte, bevor er Ende November 2016 starb.

Der aktuelle Kreisvorsitzender Hermann Bruns bedauert die Entscheidung, kann sie aber auch ein Stück weit nachvollziehen. „In der Regel generieren die Kyffhäuser Einnahmen durch den Schießsport. Wenn aus Altersgründen kein Schießsport stattfinden kann, dann gehen die Aktivitäten einer Kyffhäuserkameradschaft zwangsläufig zurück“, so Bruns. Während der Versammlung war zu hören, dass sich letzten verbliebenen Schützen der Kameradschaft den Wittorfer Kyffhäusern anschließen wollen, damit sie ihren Sport weiter ausüben können.

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