WWH-Frau kritisiert Dauer der Befragung zu den Krebsfällen in der Samtgemeinde

Muschter vermutet Taktik

Carolin Muschter

Worth - Nachdem der Landkreis mitgeteilt hat, dass die Befragungen zu den Krebsfällen in der Samtgemeinde Bothel nun beendet seien, fragt sich Hemsbündes stellvertretende Bürgermeisterin Carolin Muschter (WWH), warum die Erhebung so lange gebraucht habe.

Am 12. September 2014 habe die Kreiszeitung die erste Meldung über die erhöhten Krebsraten für Männer in Bothel und Rotenburg gemeldet, heißt es in einer WWH-Mitteilung. Am 23. Juni sei die Umfrage bereits voll angelaufen. „Erst ein Jahr später hat man die Befragungen fertiggestellt, und das Ergebnis? Kommt im Herbst – nach den Wahlen, nach der Baugenehmigung für die Reststoffhalle in Bellen“, schreibt Muschter. Dann könne die Landkreisverwaltung Betroffenheit beteuern, nachdem die Wahlen vorbei seien und nichts mehr zu ändern wäre. Kurz nach Bekanntwerden der erhöhten Krebsfälle habe Landrat Hermann Luttmann den Menschen der Region versprochen, „einiges in die Wege zu leiten ...“.

„Fast zwei Jahre später zeigt sich, dass er es nicht zur Chefsache gemacht hat“, stellt die Wortherin fest. „Wenn er wirklich ein Interesse gehabt hätte, herauszufinden, was in seinem Landkreis die Menschen so krank macht, dann hätte er Mitarbeiter nur dafür abgestellt. Trotz Flüchtlingskrise. Dafür ist er gewählt.“

Seit 2003 seien die Krebs-Daten ermittelt worden und erst 2014 auf massives Nachfragen der Einwohner in Bellen habe der Landkreis reagiert. „Wenn Gefahr durch die Gasförderung nicht auszuschließen ist, aber auch andere Belastungen nicht, wie kann man dann einfach weitermuckeln und ohne Frage alles genehmigen und durchwinken?“, fragt Muschter. Das Landesbergbauamt gebe an, keine Genehmigungen zu erteilen, denen der Landkreis nicht zugestimmt habe. „Der Landkreis könnte also doch die Bremse ziehen. Die Behörde könnte an den Bohrstellen das Einvernehmen zur Niederschlagsentwässerung verweigern, dann erteilt das Landesbergamt keine Betriebserlaubnis.“ Die Begründung wäre laut Muschter ebenfalls einfach: „So lange keine Unbedenklichkeit der Gasförderung erwiesen ist, kann man die Verantwortung nicht übernehmen!“ - jw

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