„Müssen Bestand regulieren“

Präsident der Landesjägerschaft beim CDU-„Herbstgespräch“ zum Thema Wolf

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Der CDU-Landtagskandidat Eike Holsten (Mitte) begrüßte zum „Herbstgespräch“ Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft (l.), sowie den Vorsitzenden des Botheler CDU-Gemeindeverbands Lothar Sause.

Hemslingen - Von Tobias Woelki. Wildkameras zeigen es: Der Wolf ist da. Auf leisten Pfoten durchstreift der Wanderer die Wälder im Altkreis und begleitet den Menschen aus sicherer Distanz – noch. Was aber passiert, sollte sich Meister Isegrim uns immer mehr nähern?

Zum Thema „Wolf“ hatte CDU-Landtagskandidat Eike Holsten beim „Herbstgespräch“ am Dienstagabend einen ausgewiesenen Experten eingeladen: den Präsidenten der Landesjägerschaft und CDU-Landtagsabgeordneten Helmut Dammann-Tamke. Vor gut besuchter Kulisse im Hemslinger Landgasthaus Meyer informierte der Stader seine Zuhörer über die Entwicklung der Wolfspopulation im Bundesgebiet, speziell in Niedersachsen. Zuvor leitete Holsten in das Thema ein: „Seit 2012 ist der Wolf in unsere Wälder zurückgekehrt. Seitdem reißt er immer wieder Nutztiere. Die Landwirte werden mit den Folgen alleine gelassen. Wir als CDU wollen das Thema intensiver diskutiert wissen.“

Dammann-Tamke betonte in Hinblick auf die emotionalisierte Diskussion um den Wolf: „Je näher der Wolf dem Menschen kommt, umso mehr wird die Politik bereit sein, über vernünftige Lösungen nachzudenken. Derzeit sind die Regierungsverantwortlichen in Hannover – getrieben vom öffentlichen Druck – drei Schritte hinterher.“

Höchster Schutzstatus

Seit Jahrzehnten bereits betreibe die Landesjägerschaft ein Wildmonitoring und habe wie kein anderer ein fundiertes Zahlenwerk, erklärte Dammann-Tamke. „Der Wolf besitzt in der Europäischen Union den höchsten Schutzstatus. Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges und dem EU-Naturschutzgesetz für Osteuropa war jedem klar, dass der Wolf nach Westen wandern wird. Zuerst hat man die Tiere auf den neun Truppenübungsplätzen gesehen.“ Sein Verband gehe davon aus, dass zum Jahresende bis zu 75 Wolfsrudel im Bundesgebiet umherwandern werden, viele davon in Niedersachsen. „Und jedes Jahr wird die Population steigen. Dabei legen Wölfe hunderte von Kilometern zurück.“

Niedersachsen ein Land der Wölfe? Besonders die Barnstorfer Wölfin sei aufgefallen, so Niedersachsens Chefjäger. „Diesem Tier werden 35 Rissereignisse zugeordnet. Inzwischen hat sie ein Rudel mit sechs Welpen gegründet. Diese Wölfin hätte man frühzeitig entnehmen müssen. Jetzt steht sie unter ‚Mutterschutz‘. Da hat die Politik schwere Fehler begangen.“ Der Referent ist überzeugt: „Wenn, wie die EU es regelt, der Wolf eine stabile Population mit einem guten Erhaltungsstatus erreicht hat, müssen wir den Bestand durch das Jagdrecht regulieren.“ Der Ruf nach den Jägern werde über kurz oder lang sicher kommen, so seine Einschätzung. „Jungwölfe werden sich absetzen und neue Rudel gründen.“

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