Berlin fördert Fidi-Boon-Wech

1,8 Millionen Euro für Radschnellweg von Brockel nach Rotenburg

Rolf Lüdemann (v.l, Bürgermeister Brockel), Stephan Lohmann (Stadt Rotenburg), Dirk Eberle (Bothels Samtgemeindebürgermeister), Manfred Struck (Bürgermeister Hemsbünde) und Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber.
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Bei der Entscheidung über die Co-Finanzierung des Projekts ist Eile gefordert, um die Kartierungsarbeiten zu starten: Rolf Lüdemann (v.l, Bürgermeister Brockel), Stephan Lohmann (Stadt Rotenburg), Dirk Eberle (Bothels Samtgemeindebürgermeister), Manfred Struck (Bürgermeister Hemsbünde) und Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber.

Der Fidi-Boon-Wech zwischen Rotenburg und Brockel hat die Förderzusage vom Bundesumweltministerium erhalten. Auf dem Gleisbett der ehemaligen Bahnstrecke kann nun ein etwa 7,7 Kilometer langer Radweg entstehen.

  • Fidi-Boon-Wech erhält 75-prozentige Förderung vom Bund.
  • Insgesamt betragen die Kosten für den Radweg rund 2,3 Millionen Euro.
  • Baubeginn möglicherweise noch im Jahr 2022.

Brockel/Rotenburg – „Das ist mal eine richtige gute Post“, jubelt Bothels Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle. Und das aus gutem Grund, hält er doch die Zusage einer 75-prozentigen Förderung durch den Bund für den Fidi-Boon-Wech in der Hand, ein Radschnellweg, der Brockel mit der Kreisstadt Rotenburg verbinden soll. Und zwar auf dem Gleisbett der ehemaligen Bahnstrecke, die seit 1964 keinen Zug mehr gesehen hat.

Und der Zuschuss aus Berlin kann sich sehen lassen: Denn 1,885 Millionen Euro ist es dem Ministerium wert, dass Menschen aus Brockel und natürlich die, die an der Strecke wohnen, per E-Bike ruckzuck den Rotenburger Bahnhof erreichen, wo sie – genau wie am Startpunkt – an Ladestationen ihr Elektrorad wieder auftanken können.

Mehr Raum für klimafreundliche Zweirad-Mobilität

Die Experten des Projektträgers Jülich, die im Auftrag des Bundesumweltministeriums die Bewerbungen gesichtet haben, sind offenbar so von dem Projekt überzeugt, dass sie dieser Förderung für Klimaschutz durch Radverkehr offenbar ohne große Diskussionen zustimmen. Dabei geht es um Radwege für sicheres und klimafreundliches Vorankommen, um Stellplätze mit Ladestationen für Pedelecs und Lastenräder und um Lösungen für lokale Radverkehrsdienstleistungen – kurz: Mehr Raum für klimafreundliche Zweirad-Mobilität.

Rund 2,3 Millionen Euro wird der etwa 7,7 Kilometer lange Fidi-Boon-Wech kosten, dessen Name im vergangenen Sommer während eines Wettbewerbs ermittelt worden war und an einen ehemaligen Lokführer erinnert. Abzüglich der Förderung bleiben für die Stadt Rotenburg mit dem flächenmäßig größten Anteil an der Strecke noch rund 400 000 Euro zu zahlen, „die aber auf einige Jahre verteilt werden“, wie Bürgermeister Andreas Weber (SPD), der bereits am Donnerstag auf grünes Licht für das Vorhaben seitens des Ausschusses für Straßen und Tiefbau hofft.

Kartierungsarbeiten sollen in Kürze beginnen

Und Eile ist tatsächlich geboten, sagt Bothels Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle, der die Projektleitung mit Vorplanung und die Einwerbung von Fördergeldern übernommen hatte: „Denn schon in den kommenden Wochen sollen die Kartierungsarbeiten beginnen. Dann wird über ein Jahr lang in allen Vegetationsphasen alles, was auf der Strecke kreucht und fleucht, dokumentiert und danach der Naturschutzbehörde des Landkreises vorgelegt.“ Parallel dazu sollten aber bereits die Ausführungsplanungen laufen, und darum „müssen jetzt schnelle Entscheidungen her“, fordert Eberle, der bereits 2022 mit dem Bau beginnen möchte.

Andreas Weber ist optimistisch, dass die Rotenburger Politik das Pilotprojekt für die Region unterstützen wird: „Es geht vor allem um mehr Sicherheit für die Radfahrer. Ich denke da an das große Baugebiet im Osten, deren Bewohner dann schnell und gefahrlos wegen der Breite des neuen Radwegs den Bahnhof erreichen können. Auch für die IGS-Schüler aus den östlichen Stadtteilen macht der Weg vieles einfacher.“

Schon jetzt habe die Stadt auf dem Weg zu mehr Fahrradnutzung viel getan, so Weber, und er erinnert an die Vorfahrt, die den Mittelweg querenden Radfahrer am Sandhasenweg gegenüber dem Autoverkehr hätten. Aber nicht alle Rotenburger Politiker unterstützen das Vorhaben.

Brockeler und Hemsbünder wünschen sich den Weg

In der Samtgemeinde Bothel sei die Akzeptanz in der Bevölkerung ohne Frage da, informiert Hemsbündes Bürgermeister Manfred Struck (SPD), der ebenso wie sein Brockeler Kollege Rolf Lüdemann (CDU) auf das zurzeit laufende Dorfentwicklungsprogramm Wiedau-Walsede hinweist: „Im Rahmen einer Umfrage zu den Prioritäten ihrer Dorfentwicklung haben Brockeler und Hemsbünder Einwohner den Radweg mit höchster Dringlichkeit bewertet.“

Ist der Fidi-Boon-Wech erst einmal fertig, ist er eine Weiterführung des Hohe-Heide-Radwegs, der von Visselhövede über Wittorf zum ehemaligen Brockeler Bahnhof führt. „Dann kann man problemlos und komfortabel rund 25 Kilometer zügig und gefahrlos radeln“, freut sich Rolf Lüdemann schon jetzt. Er ist sich ebenso wie Struck relativ sicher, dass die Räte in Hemsbünde und Brockel der anteiligen Co-Finanzierung zustimmen werden. „Wir werden die Sitzungen schon im Februar terminieren“, betont Struck.

Rolf Lüdemann weiß, dass von Teilen der Jägerschaft Bedenken gegen den Weg existieren. „Aber das sind auch Naturschützer“, und sie könnten sich zum Beispiel anhand von Infotafeln am Radweg einer breiten Öffentlichkeit präsentieren.“

„Und aktuell ist ja so, dass viele Spaziergänger und Radfahrer kreuz und quer in der Feldmark von Rotenburg aus in Richtung Hemsbünde und Brockel unterwegs sind, was sicherlich nicht gut ist für die Tierwelt. Gibt es den Radweg erst mal, werden diese Touren mehr gebündelt. Das kann doch nur im Sinne der Jäger sein“, vermutet Dirk Eberle.

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