Bei Marion Bassen laufen die Fäden zusammen

Chefin der Wahlen in Bothel

Bei Marion Bassen laufen zu allen Fragen in Sachen Wahlen die Fäden in der Samtgemeinde Bothel zusammen. Seit 1986 ist sie dabei.
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Bei Marion Bassen laufen zu allen Fragen in Sachen Wahlen die Fäden in der Samtgemeinde Bothel zusammen. Seit 1986 ist sie dabei.

Bothel – In diesem Jahr häufen sich die Wahlscheine. Das ging nicht nur den Wählern so, das galt bis gestern auch und vor allem für Marion Bassen. Die Verwaltungsfachangestellte ist seit 1986 in der Samtgemeinde Bothel „die“ Fachfrau in Sachen Wahlen. Vor etwas mehr als zwei Wochen hat sie bereits ihre achte Kommunalwahl erfolgreich hinter sich gebracht – mehr als jeder Kommunalpolitiker in der Region.

„Natürlich habe ich momentan viel Arbeit, keine Frage“, so die 52-Jährige, die sich aufgrund der beiden kurz hintereinanderliegenden Wahlen auf den Jahresurlaub freut, der im Oktober ansteht. Trotz der jahrelangen Erfahrung bleibt das ganze Prozedere rund um die Wahlen für sie nämlich „immer noch sehr aufregend“.

Zu ihrem Fachgebiet sei sie eher zufällig gekommen: „Als ich damals meine Ausbildung bei der Samtgemeindeverwaltung begonnen hatte, standen direkt Wahlen an. So hatte ich von Anfang an damit zu tun. Und darum ist es auch so geblieben“, berichtet sie rückblickend.

Die Anspannung, auch die ist geblieben, obwohl ihr die Technik viel mehr hilft als früher. „Ganz am Anfang, da haben wir alles noch per Hand getippt, jeden einzelnen Namen der Politiker, die in die Gemeinderäte und den Samtgemeinderat gewählt worden waren“, erinnert sie sich noch gut an ihre ersten Jahre, deren Wahlnächte oft schon bis fast zum Morgengrauen reichten.

Digitalisierung war damals ein Fremdwort, selbst Faxgeräte längst keine Selbstverständlichkeit. „Ich kann mich noch erinnern, dass wir einen Betriebsausflug nach Rotenburg zur dortigen Post organisiert hatten. Dort haben wir dann das erste Faxgerät gezeigt bekommen und wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus“, schildert sie ein Leben wie aus einer anderen Welt.

Wenn es damals dann schnell gehen musste, zum Beispiel, um eben die neuesten Auszählungen brandheiß zu übermitteln, blieb das Telefon meist das wichtigste Medium. „Viele Jahre lang wurden hier im Rathaus die Wahlergebnisse direkt vor Ort ermittelt und kommuniziert. Ein Bürgermeister, der nach der Wahl wissen wollte, ob er noch Bürgermeister ist, der musste ins Rathaus kommen“, weiß Bassen noch gut.

In diesem Wahljahr gab es im Verwaltungssitz zum ersten Mal keinerlei Veranstaltung oder Treffen von interessierten Bürgern und Politikern. „Auch aufgrund der Corona-Pandemie, aber auch weil jetzt einige Prozesse über den Landkreis laufen und vieles inzwischen digital ausgewertet wird und sofort im Internet zu sehen ist.“

Allerdings, da können die Wähler aus der Samtgemeinde Bothel beruhigt sein, verlässt sich die Chefin aller Wahlen keineswegs nur auf die externen Programme. „Ich bin vielleicht eine bisschen oldschool, aber ich bereite immer noch alles parallel mithilfe einer Excel-Tabelle auf. Wenn es hier mal zu einem Stromausfall kommt, kann ich mit einem akkubetriebenen Laptop, den Daten und meiner Tabelle ganz schnell eine Auswertung erstellen“, gibt sie zu.

Das sei natürlich auch ein bisschen Gewohnheit, aber sie habe auch einen Hang zum Perfektionismus. „Vielleicht hat mich der Beruf dahingehend geprägt, aber man muss schon wirklich Liebe zum Detail haben, um gut zu arbeiten“, weiß sie.

So hätten die offiziellen Computerprogramm zuweilen Probleme, wenn es zu einem Losverfahren komme. Auch seien sie nicht immer optimal auf die niedersächsischen Gegebenheiten vorbereitet. „Bundesweit kennt man nämlich keine Samtgemeinden“, so Bassen weiter. Mit Blick auf die nächste Wahl ist sie aber zuversichtlich, dass die Kinderkrankheiten der benutzten IT-Tools bis dahin überstanden sind.

„Allerdings ändert sich auch immer mal wieder etwas“, erklärt sie. So habe es noch im Juli Neuigkeiten bei der Wahlordnung gegeben – das sind dann die Momente, in denen die Verwaltungsmitarbeiter ins Schwitzen kommen, auch wenn seit Monaten alles vorbereitet ist. „Zum Glück habe ich immer tatkräftige Unterstützung“, betont sie in Anbetracht der zahlreichen Arbeitsschritte, die im Vorfeld und bei der Wahl selbst anfallen. Zwei Verwaltungsmitarbeiter standen ihr während der jetzt vergangenen Wahlen zur Seite und insgesamt 97 ehrenamtliche Helfer waren beteiligt, dass die Bürger der Wahlbezirke mit den Ergebnissen versorgt worden sind.

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